{"id":5115,"date":"2004-10-04T21:48:28","date_gmt":"2004-10-04T19:48:28","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5115"},"modified":"2019-05-30T11:50:30","modified_gmt":"2019-05-30T10:50:30","slug":"kyoto-die-grosen-tempel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5115","title":{"rendered":"Kyoto \/ die gro\u00dfen Tempel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das F\u00fcrhst\u00fcck ist japanisch. Abgesehen davon, da\u00df Fisch am Morgen \u00fcberhaupt nicht mein Ding ist, war es recht lecker. Der heutige Tage ist voll gepackt mit knapp 12 Stops. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren. Da es nur 3 U-Bahnen gibt und ich keine Ahnung von dem Liniennetz der Busse habe, werde ich alles zu Fu\u00df erlaufen. Schlimmer als Tokyo kann es nicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als allererstes geht es zum <strong>Nishi Hogan-ji<\/strong>. Es ist einer der beiden riesigen Tempel hier in Kyoto. Er liegt fast am Bahnhof. Dort angekommen mu\u00df ich feststellen, da\u00df die Haupthalle komplett einger\u00fcstet ist. In Japan sind Ger\u00fcste anders. Es gibt eigentlich immer einen kompletten Sichtschutz. Die ganze Baustelle ist formlich eingepackt. In diesem Fall haben die eine riesige Halle um das Tempelgeb\u00e4ude gebaut. Komplett mit Dach und allem. Die Hauthalle ist erst 2005 wieder zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbei am <strong>Kyoto Tower<\/strong> vor dem Bahnhof geht es zum \u00f6stlichen Tempel. Der Tower ist wieder mal ein Fernsehturm, allerdings nicht vom Modell Eiffelturm. Es ist aus Beton gebaut, hat aber eine Aussichtsplattform; eine Konstante bez\u00fcglich Funkt\u00fcrme in Japan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Haupthalle des <strong>Higashi Hogan-ji<\/strong> ist auch einger\u00fcstet. Ich habe aber auch gar kein Gl\u00fcck. Aber die Halle kommt mir bekannt vor. Hier bin ich gestern Abend dran vorbei gelaufen. Hatte gar nicht realisiert, da\u00df es der Tempel ist. Zumindest habe ich eine Menge Filmmaterial gespart und bin vor meinem Zeitplan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es zum <strong>Shosei-en<\/strong>, einen japanischen Garten. Er ist sehr schon ruhig. Kyoto wirkt bisher bei weitem nicht so hektisch wie Tokyo, dennoch hebt sich der Garten wohltuend von der &#8222;Welt da drau\u00dfen&#8220; ab. Ich bin erstaunt wie viele verschiedene Moose es hier gibt. Der Park ist von einem Teich dominiert. Verschiedene Wege und etliche Br\u00fccken bieten tolle Perspektiven. Mit der Zeit im Nacken kommt aber nicht wirklich Entspannung auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es zum n\u00e4chsten Tempel, dem <strong>Sanjusangen-do<\/strong>. Die Halle ist uralt und irre lang. Im inneren steht eine gro\u00dfe Kannon-Statue. Links und rechts daneben 1000 kleine. Es ist einfach imposant. Im inneren der Halle ist es dunkel; alles wirkt etwas angestaubt. Aber die Statuen ziehen einen in den Bann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich daneben ist der <strong>Chishaku-in<\/strong>. Ebenfalls ein Tempel. Der Kontrast k\u00f6nnte aber nicht unterschiedlicher sein. Am Sanjusan waren es dunkle Holzer und wei\u00dfe W\u00e4nde; alles sehr zur\u00fcckhaltend. Der Chishaku-in ist bunt. Drau\u00dfen\u00a0 h\u00e4ngen bunte gro\u00dfe Fahnen von der Dachkante der Haupthalle. Das Holz ist hell und mit Gold verziert. Was f\u00fcr ein Postkartenmotiv. Der Tempelgarten ist von Sen no Rikyu angelegt, einem der wichtigen Teemeister. Ich kenne den Namen aus den B\u00fcchern &#8222;Ritual der Stille&#8220; und &#8222;Chado &#8211; Der Teeweg&#8220;. Wer sich etwas mit der Thematik auskennt wird nicht entt\u00e4uscht. Der Garten strahlt die Ruhe des Zen aus. Der richtige Zeitpunkt f\u00fcr eine kurze Pause. Die brauche ich jetzt und der Garten l\u00e4dt f\u00f6rmlich dazu ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schon sp\u00e4t. Daher gibt es nur ein kurzes Hallo am Myoho und Nishi-Otane Tempel. Rechts den H\u00fcgel hinauf am <strong>Hokoku-ryo<\/strong> soll das Grab von Hideyoshi sein. Eigentlich sollte hier auch eine Pagode stehen. Aber wo ist sie? Nur logisch, da\u00df es eine Treppe gibt. 313 Stufen. Das geht echt in die Beine. Und dann? Noch eine Treppe. 176 weitere Stufen. Oben angekommen gibt es au\u00dfer ein paar Steinen nicht viel zu sehen. Die Aussicht ist durch B\u00e4ume blockiert. OK, ich war hier. Weiter im Text. 489 Stufen abw\u00e4rts. Das geht noch mal in die Beine. Wenn ich jetzt wegrutsche, schaffe ich die Strecke in unter 10 Sekunden. Sehr ungesund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00e4chstes Ziel ist der <strong>Kiyomizu-dera<\/strong>. [Nachtrag: An dieser Stelle mache ich den bescheuersten Fehler \u00fcberhaupt. Leider merke ich das erst bei der Auswertung. Der Kiyomizu ist der Tempel mit der Terasse auf dem St\u00fctzpfeilern. Ein Foto ist fast in jedem Reisef\u00fchrer zu finden. Ich Idiot besichtige die Halle und die Terasse nicht und begn\u00fcge mich mit der Au\u00dfenansicht. Was f\u00fcr ein Fehler].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bef\u00fcrchte meine Karte ist nicht ganz korrekt. Hier fehlt eine Pagode. Am Grabmal fehlt ein Schrein. [Nachtrag: Und ich habe das mit dem Kiymizu nicht realisiert]. Zur\u00fcck zur Hauptstra\u00dfe und dann weiter nach Norden. Der Park und der Chion-ji sollten leicht zu finden sein. Zur Abwechselung geht es mal bergab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <strong>Chion-in<\/strong> begr\u00fc\u00dft einen mit einem gro\u00dfen Mon. Auch die hallen dahinter k\u00f6nnen sich sehen lassen. Ich sp\u00fcre aber, da\u00df mein Bedarf an Tempel so langsam ges\u00e4ttigt ist. Also direkt weiter zum <strong>Heian-jingu<\/strong>. Das Torii ist schon von weitem zu sehen. Es steht mitten im Stadtgebiet, \u00fcberspannt die Stra\u00dfe. Erst zwei Kreuzungen weiter beginnt das Schreingel\u00e4nde. Das Torii f\u00e4llt richtig auf. Es gl\u00fcht f\u00f6rmlich orange-rot in der Sonne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schreingeb\u00e4ude sind in der gleichen Farbe gestrichen. Dazu die wei\u00dfen W\u00e4nde. Was f\u00fcr ein Bau. Nachdem ich einen Eintritt gezahlt habe, betrete ich den Garten hinter dem Schreinbeg\u00e4ude. Wow. Ein japapischer Garten. Ich laufe einmal kreuz und quer. Ich w\u00fcrde hier gerne mehr Zeit verbringen, aber einen Punkt habe ich noch auf der Liste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf geht es weiter nach Norden. Hier soll auch ein Bus fahren. Aber die Haltestelle suchen und dann warten. Nein. Es ist schon nach 16 Uhr. Ich habe keine Zeit mehr. Also volle Kraft voraus. Die Strecke ist weiter als vermutet. Ich bin erst um 16:30 Uhr am Eingang. Ich darf aber noch rein. Egentlich ist Schlu\u00df. Ich verspreche, schnell zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach ja, ich stehe am Eingang zum <strong>Ginkaku-ji<\/strong>, der silberne Pavillion. Schon am Eingang f\u00e4llt mir dieser wei\u00dfe grobe Kies auf, in den ein Muster geharkt ist. Ein Weg f\u00fchrt hinter die Geb\u00e4ude. Der Blick f\u00e4llt auf eine Sandfl\u00e4che. Ich vermeide den Begriff Steingarten, da die Steine fehlen. Abgesehen davon ist es wie im Japan-Handbuch: ein gro\u00dfe Fl\u00e4che mit Mustern. Statt einem Stein steht hier ein Kegelstumpf aus wei\u00dfem Kies. Es ist erstaulich wie \u00e4sthetisch Sand sein kein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da steht er dann, der silberne Pavillion. Ich habe das Geb\u00e4ude gar nicht ernst genommen. Nix Silber. Ein quadratischer Bau aus dunklem Holz; die W\u00e4nde teilweise aus Holz, teilweise wei\u00df verputzt. Mit den geschwungenen D\u00e4chern und der Fensterform im zweiten Stock wirkt es irgendwie chinesisch. Gleich ist 17 uhr und Feierabend, also schnell nolch eine Runde um den Teich herum. Auf der R\u00fcckseite des Teiches geht es durch eine Waldgebiet. Gerne h\u00e4tte ich mehr Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt erst einmal etwas Essen. Im Halbdunkel versuche ich den Yoshida-Schrein im Yoshiyama-Park zu finden. Ich finde den Berg. Verlaufen kann man sich nicht. Der Berg ist mitten in der Stadt. Dennoch finde ich den Eingang nicht. Es ist dunkel, keine Lampen und wieder Stufen. Ich habe keine Lust mehr. Feierabend f\u00fcr heute. An der Kyodai vorbei geht es zum Kanal\/Flu\u00df. Am Wasser geht es entlang bis zu der Ginza, der Einkaufsstra\u00dfe. Von hier hangel ich mich zur\u00fcck zum Ryokan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst einmal duschen. Ich will die Diskussion von gestern vermeiden. G\u00e4ste duschen zuerst. Nach meinem Bad treffe ich im Flur auf einen Ami. Auch er will noch was Essen. Wir tun uns zusammen. Wir suchen einen Italiener. Den, den er ansteuern wollte, finden wir nicht, also nehmen wir den N\u00e4chstenbesten den wir finden. Die Portionen sind kleiner als in Deutschland. Ich werde gerade so satt. Lecker ist es allemal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>In Kyoto kann man die Himmelsrichtungen lernen. Die Stadt ist geteilt in Kita und Minami. Es gibt zwei gro\u00dfe Tempel. Nishi und Higashi.<\/li>\n<li>Es gibt keine \u00dcberlandleitungen in Kyoto. Weder Strom noch Telefon. Keine Einzige.<\/li>\n<li>Ich habe zu viele Stops in diesem Tag gepackt.<\/li>\n<li>Kyoto ist mindestens 3 Tage. Ohne U-Bahnnetz ist es weitl\u00e4ufig.<\/li>\n<li>Ich mag Moos. Flauschig gr\u00fcn und vielf\u00e4ltiger als Rasen.<\/li>\n<li>Ich mu\u00df beim n\u00e4chsten Urlaub ein paar Punkte nachholen.<\/li>\n<li>Ach ja: HALBZEIT<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das F\u00fcrhst\u00fcck ist japanisch. 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