{"id":5091,"date":"2004-10-02T22:55:30","date_gmt":"2004-10-02T20:55:30","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5091"},"modified":"2019-05-30T11:50:39","modified_gmt":"2019-05-30T10:50:39","slug":"kurashiki-i-robot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5091","title":{"rendered":"Kurashiki \/ I Robot"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist ein Reservetag. Da ich Hiroshima und Miyajima eingentlich komplett durch habe bleibt die Farge was tun. In meiner Liste findet sich der Ort Kurashiki. Mit Shinkansen und umsteigen sind es etwa 90 Minuten fahrt. Zuvor wird erst einmal ausgiebig gefr\u00fchst\u00fcckt. Ich hatte bisher nicht erw\u00e4hnt, da\u00df das Restaurant des Hotels den Namen &#8222;Berge&#8220; hat. Auch sonst gibt es sehr viel Deutsches. An der Wand h\u00e4ngen Zitate und Gedichte von Geothe und Schiller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Kurashiki sind es etwa 1km von Bahnhof zur Altstadt. Es f\u00e4hrt auch ein Bus, aber die Strecke kann man nun wirklich laufen. Ich biege nach links ab. Bis hierher war die Stadt wie jede andere Stadt in Japan auch. Das \u00e4ndert sich mit der Kurve. Hier quasi in zweiter Reihe stehen alte japanische H\u00e4user mit wei\u00dfen W\u00e4nden und schwarzen Holzbalken. Die Stra\u00dfe ist geplastert und es gibt keinen Durchgangsverkehr. Auf der anderen Stra\u00dfenseite flie\u00dft ein Flu\u00df. Am Ufer stehen Birken. Was f\u00fcr eine Kombination von Farben: blauer Himmel, das gr\u00fcn der Birken, die wei\u00dfen H\u00e4user. Es sei erw\u00e4hnt, da\u00df das gr\u00fcn der B\u00e4ume ganz hell ist, so wie bei uns im Fr\u00fchling. Eine weitere Stra\u00dfe und H\u00e4user sind auch auf der anderen Seite des Flusses. Mehrere Br\u00fccken verbinden beide Seiten.<\/p>\n<p>http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=REXI1C1QEKE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00e4user sind Keramikl\u00e4den oder Restaurants. Diese Gegend ist f\u00fcr ihre Keramik (Bizen) und Buchweizennudeln bekannt. Ich kaufe zwei Teebecher. Wer hat schon echte Bizen-Keramik? Dazu noch zwei Tatamiuntersetzer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter dem Altstadtviertel steht der Achi Schrein. Wie so oft auf einem H\u00fcgel, vor den die Japaner Stufen gesetzt haben. Ich mu\u00df sagen, man gew\u00f6hnt sich dran. Das Schreingel\u00e4nde ist von B\u00e4umen umgeben. Ich merke einen Abnutzungseffekt. Will sagen, der Schrein haut mich nicht vom Hocker, obwohl er sehr h\u00fcbsch ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird Zeit f\u00fcr die Mittagspause. Ich w\u00e4hle eines der Restaurants am Flu\u00df. Es gibt eine Br\u00fche mit Fleisch. Ich vergleich sie mit H\u00fchnerbr\u00fche, deren Geschmack einem bekannt ist. Nun etwas Japan dazu. Immer noch lecker und so sch\u00f6n anders. Die Sobanudeln kommen auf einem kleinen Holzrost. Argh. Kalt. Das hatte ich vergessen. Ich hatte es im Reisef\u00fchrer gelesen. Die Nudeln werden im Sommer kalt serviert. Immerhin sind es Buchweizennudeln. Die haben einen anderen Geschmack. Trotzdem, kalt? Jetzt ist es zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich die Suppe schl\u00fcrfe und die Nudeln runterwolfe, schaue ich dem Koch bei der Arbeit zu. Die Nudeln sind handgefertigt. Der Teig wird zuerst geknetet, dann flach ausgerollt. Sehr flach. Eine Ladung Mehl hinzu, dann wird der lange Teig gefaltet, wieder flach gerollt und wieder gefaltet. Wie die Lagen eines Katana entstehen so mehrer Lagen Nudelteig, die durch das Mehl nicht verkleben. Dann kommt ein sehr gro\u00dfes Messer und ein Holzblock zum Einsatz. Zuerst werden die Ende abgetrennt, danach der Teigblock in 2mm breite Streifen geschnitten. Jeder Streifen hat gesch\u00e4tzt 32 Lagen. Mit einem Schnitt entstehen so 32 Nudeln mit rechteckigem Querschnitt. Man ist der Junge schnell. tack-tack-tack-tack. hunderte Nudeln innerhalb von Sekunden. Der Holzblock dient als Anschlag f\u00fcr das Messer. Die Finger will man bei dem Tempo nicht in der N\u00e4he haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach noch ein abschlie\u00dfender Rundgang und der R\u00fcckweg. Es ist erstaunlich, wie die Zeit vergangen ist. Ich hatte mir aber auch Zeit gelassen. Zur\u00fcck in Hiroshima kaufe ich jetzt erst einmal das Shogibrett und einen Satz Steine.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>I Robot<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Abend war das Schreinfest geplant. Das war aber schon um 17 Uhr zu Ende. Ups. Und nun? Erst mal ins Hotel etwas W\u00e4rmeres anziehen. Es sind nur noch 22 Grad. Arschkalt. Kein Witz. Nach 10 Tagen bei knapp 30 Grad zieht man sich einen Pullover an. Auf dem Weg aus dem Hotel hinaus kollidiere ich mit einer Hochzeitsgesellschaft, die im 3. OG gefeiert haben. Benahe werden ich von dem Mob mit in den Reisebus gesp\u00fclt. Ich schaffe es gerade noch so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlendere planlos durch die Partyzone von Hiroshima. Und lerne eine wichtige Sache: Japan ist dreidimensional. Nur weil im Erdgescho\u00df ein Cafe ist, mu\u00df das nicht f\u00fcr den ersten Stock gelten. Was in einem Geb\u00e4ude gestapelt ist, kann kunterbunt gemischt sein: Unten Restaurant, Mitte Hostessenbar, Oben Modegesch\u00e4ft. Und gleich nebenan, ein Kino. Im 4.OG. V\u00f6llig unscheinbar. Ich habe es nur durch das Plaket bemerkt. Es l\u00e4uft I-Robot. Warum nicht. Die Karte ist schnell gekauft. Als ich im Saal sitze f\u00e4llt mir ein Detail auf: In welcher Sprache ist der Film? Schnell noch mal raus. Ich frage am Schalter nach. Wie so viele Kinofilme ist er in Englisch mit Untertiteln. Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Kino geht es noch ins KoHiKan. W\u00e4hrend ich den Bericht schreibe, l\u00e4uft im Fernseher ER. In Japanisch. Klingt total schr\u00e4g. <strong>Fazit:<\/strong> Ein gelungener Tag, auch wenn er etwas unausgelastet war. Kurashiki hat bei mir wieder so richtig Urlaubsstimmer verursacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist ein Reservetag. Da ich Hiroshima und Miyajima eingentlich komplett durch habe bleibt die Farge was tun. In meiner Liste findet sich der Ort Kurashiki. Mit Shinkansen und umsteigen sind es etwa 90 Minuten fahrt. Zuvor wird erst einmal ausgiebig gefr\u00fchst\u00fcckt. 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