{"id":5086,"date":"2004-10-01T22:33:24","date_gmt":"2004-10-01T20:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5086"},"modified":"2019-05-30T11:50:45","modified_gmt":"2019-05-30T10:50:45","slug":"miyajima-iwakuni","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5086","title":{"rendered":"Miyajima \/ Iwakuni"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Wetter ist wieder bombig. Superblauer Himmel und knapp 30 Grad. Mehr geht nicht. Mit Zug und F\u00e4hr\u00fcberfahrt bin ich etwas \u00fcber eine Stunde unterwegs und damit vor der Flut am Schrein. Das Torii wird dann maximal im Wasser stehen. Im Zug treffe ich einen Tschechen. Er reist mit dem Lonely Planet Reisef\u00fchrer. Der ist eher was f\u00fcr Backpacker. Sein Ziel ist nicht der Schrein, sondern der 530m hohe Berg der Insel. Mit der F\u00e4hre n\u00e4hern wir uns dem Torii. Dahinter sieht man den Schrein. Das Boot f\u00e4hrt am Torii vorbei und biegt dann ab zum Anleger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg zu Schrein ist Urlaub pur.\u00a0 Sonne, blauen Himmel und die Temperaturen hatte ich schon erw\u00e4hnt. Jetzt kommen Wasser, ein Strand und Palmen hinzu. Die Promenade ist autofrei. Rehe laufen frei herum (wie in Nara). Vom Wasser aus haben wir das Torii schon gesehen, jetzt taucht es orangerot zwischen den B\u00e4umen auf. Was f\u00fcr ein Anblick.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schrein ist geschlossen. Entt\u00e4uschung. Aber wir sehen die Sch\u00e4den durch den Taifun. Am Honden fehlt das halbe Dach. Tr\u00fcmmer und Abdeckplanen \u00fcberall. Was ich bisher nicht wu\u00dfte ist, da\u00df auch der Schrein im Wasser steht. Wirklich \u00e4rgerlich, da\u00df der Zutritt gesperrt ist. Warum nicht ersatzweise auf den Berg?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg f\u00fchrt durch die Stadt auf die andere Seite der kleinen Bucht, in der der Schrein liegt. Hier gibt es sogar einen kleinen Strand. Die Farbe des Sandes ist wie in Travem\u00fcnde. In Kamakura war der Sand eher grau wie an der Nordsee. Die Stra\u00dfe endet in einem kleinen Park, dahinter der Wald und der Berg.\u00a0 Stufen. Warum sind es in Japan immer Stufen? Ich fange erst gar nicht zu z\u00e4hlen. Zun\u00e4chst kommen wir gut voran. Die Steigung ist m\u00e4\u00dfig. Links von uns ist ein kleiner Bachlauf. Dann sehen wir die Auswirkungen des Taifuns: umgeknickte B\u00e4ume, ein Erdrutsch hat den Weg unter sich begraben, etwas weiter oben fehlt der Weg. Wir klettern \u00fcber die B\u00e4ume. Nicht ganz ungef\u00e4hrlich. Der Hang ist sehr steil, der Baum ist na\u00df und rutschig. An der Stelle, wo der Weg fehlt, bleiben uns nur 20cm zwischen Wand und Abgrund. Wir \u00fcberlegen umzudrehen. Ehrgeiz siegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf 2\/3 des Weges gehen uns die Getr\u00e4nke aus. Wir haben die Anstrengung untersch\u00e4tzt und auch die Hitze. Obwohl wir im Schatten des Waldes unterwegs sind, ist es hei\u00df. Dazu kommt die Luftfeuchtigkeit. Der Wald dampft richtig. Der Weg hat die ganze Zeit Steigung und Stufen zugleich, also so etwas wie schr\u00e4ge Stufen. Die L\u00e4nge der Stufen pa\u00dft so gar nicht zu meiner Schrittl\u00e4nge. Ich versuche st\u00e4ndig drei kleine, oder 2 gro\u00dfe Schritte zu machen. Beides gelingt irgendwie nicht. Es ist anstrengend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir h\u00f6ren ein &#8222;Konnich wa&#8220;. An uns vorbei st\u00fcrmt f\u00f6rmlich eine Oma mit zwei Wanderst\u00f6cken. Wie \u00fcberlegen kurz, wie sie es an den Hindernissen vorbeigeschafft hat. Dann f\u00e4llt uns auf, da\u00df wir gerade von einer Rentnerin abgeh\u00e4ngt werden. Jetzt aber los. Ehrgeiz. Machen wir es kurz: Wir haben sie bis zum Gipfel nicht eingeholt. Respekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pl\u00f6tzlich sind die B\u00e4ume zu Ende. Sonne pur. Und der Blick nach unten. Wir sind etwas um den Berg herumgelaufen. Das da hinten am Horizont m\u00fc\u00dfte&#8230; Shikoku ist es nicht. Aber irgendeine Insel in der Inlandsee. Aber wir sind noch nicht am Gipfel. Das sind noch ein paar &#8230; Stufen. Hier oben gibt es eine Aussichtsplattform. Man kann sogar auf Miyajima\u00a0 blicken, der Schrein. Sogar das Torii im Wasser ist zu sehen. Orange in Blau. Welch ein Farbkontrast. Und so klein. 530m hat der Berg. Das Torii steht im Wasser. Da ist die Rechnung einfach. Blickwinkel etwa 45\u00b0. Soweit weg ist das Torii gat nicht. 750m Luftlinie und etwa 2 Stunden Fu\u00dfmarsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aussichtspunkt hat einen kleinen Shop. 200yen pro Dose. Im Tal waren es noch 120yen. Die H\u00f6heninflation betr\u00e4gt damit 15yen\/100m. Und es gibt keinen M\u00fclleimer. Nur ein Schild, da\u00df uns darauf hinweist, da\u00df wir alles selbst ins Tal tragen d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich sehr h\u00f6flich formuliert: &#8222;All you can leave are your footprints. Everything else you have to take back with you&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Abstieg w\u00e4hlen wir den anderen Weg, der auf der Karte eingezeichnet ist. in der Hoffnung, da\u00df er nicht so stark besch\u00e4digt ist. Noch w\u00e4hrend der Planung sehen wir ein paar Europ\u00e4er. Deutsche. Da ist man auf einer Insel auf einem einsamen Berg in der hintersten Ecke von Japan und man trifft, Deutsche. Unser Gl\u00fcck, sie haben den Weg genommen. Er ist passierbar. Super. Wir raten ihnen von unserem Weg ab. Der R\u00fcckweg beginnt mit einer \u00dcberraschung. An einer Weggabelung steht ein Schild: Seilbahn rechts, Wanderweg links. Bitte? Es gibt eine Seilbahn? Nicht dar\u00fcber nachdenken. Auch auf diesem Schild wieder japanischer Humor: &#8222;10 min walk (7 if run a little) to Ropeway station&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Weg sit wirklich einfacher. Am Ende l\u00e4uft er parallel, mal links und mal rechts, zum Flu\u00df, den wir bei Aufstieg geh\u00f6rt haben. Gegen 15 Uhr sind wir wieder im Tal. Hier an der F\u00e4hre trennen sich unsere Wege. Er will weiter nach Kyoto. Ich nach Iwakuni. Zudem will ich um bei Ebbe noch einmal hierher zur\u00fcck.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Iwakuni<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Zug von Hiroshima nach Miyajima f\u00e4hrt weiter nach Iwakuni. Es ist also sehr einfach. Von der JR Station f\u00e4hrt ein Bus zur <strong>Kintai-Br\u00fccke<\/strong>, die Ziel meiner Reise ist. Die Br\u00fccke ist von besonderer Art und sieht ziemlich neu aus. Es ist eine Bogenbr\u00fccke. Genauer gesagt sind es mehrere B\u00f6gen. Die Benutzung kostet 300yen. Egal. Die Bbenutzung ist ungewohnt. Man l\u00e4uft auf den B\u00f6gen. Es gibt keine Stufen. Soweit ich das sehen kann ist sie vollst\u00e4ndig aus Holz gebaut.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u9326\u5e2f\u6a4b \u5ca9\u56fd\u5c71\u53e3\u770c  Kintai Bridge Iwakuni JAPAN\" width=\"810\" height=\"456\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FPg2ofWfRss?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Uferseite gibt es so etwas wie einen Park. Ich vermute es sind die Reste einer Samurai-Residenz oder eines Tempels. Oben auf dem Berg steht die Burg. Aber f\u00fcr die ist keine Zeit. Ich mu\u00dfte hetzen, um vor 17 Uhr dort zu sein. Ich gehe zur\u00fcck \u00fcber die Br\u00fccke und schaue sie mir von unten an. Es ist wirklich ein beeindruckender Bau.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>zur\u00fcck in Miyajima<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach diesem kleinen Abstecher geht es zur\u00fcck nach Miyajima. Es ist bereits nach 18 Uhr und die D\u00e4mmerung ist in vollem Gange. Wenn ich Fotos mache, dann werden es wohl Nachtaufnahmen. Das Tori ist jetzt angestrahlt und gl\u00fcht f\u00f6rmlich orange-rot. Ich laufe um das die Schreinanalage herum auf die andere Seite. Hier stehen Steinlaternen mit elektrischer Beleuchtung. Von hier hat man den Blick auf das Torii und \u00fcber das Wasser auf das Festland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich laufe etwas durch die Stadt. Ein Bach pl\u00e4tschert beruhigend neben der Stra\u00dfe, die grillen zirpen, die Temperaturen sind angenehm. Der Weg ist durch kleine, bodennahe Lampen ausgeleuchtet. Sie wirken wie gro\u00dfe Teelichter. Fotografieren kann ich die Stimmung eh nicht, also genie\u00dfe ich. Die Gesch\u00e4fte haben noch ge\u00f6ffnet. Das ist Urlaub. Ich nehme eine der letzten F\u00e4hren um 19:30. Auf der Landseite steuere ich ein Resto an. Es wird Zeit f\u00fcr Abendessen. Der Zug Zug f\u00e4hrt um 20:45 Uhr. Eigentlich wollte ich noch einen Abstecher in das Nachtleben von Hiroshima machen, aber daf\u00fcr bin ich zu m\u00fcde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Der Tag steht nach dem Schreinfest auf Platz 2. Auch wenn ich den Schrein nicht besuchen konnte, war die Bergtour super.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Miyajima ist eine zweite Reise wert.<\/li>\n<li>Bei Ebbe und bei Flut besuchen; \u00fcber Nacht bleiben.<\/li>\n<li>Spinnen scheinen einen Deal mit Japanern zu haben. Alle Netze hingen auf 1,75m. Japaner passen unterdurch, Europ\u00e4er nicht.<\/li>\n<li>Die Flut ist schnell. Jede Welle, die ans Ufer l\u00e4uft, ist einen Schritt weiter.<\/li>\n<li>In Japan kosten sogar Br\u00fccken Eintritt.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wetter ist wieder bombig. Superblauer Himmel und knapp 30 Grad. Mehr geht nicht. Mit Zug und F\u00e4hr\u00fcberfahrt bin ich etwas \u00fcber eine Stunde unterwegs und damit vor der Flut am Schrein. Das Torii wird dann maximal im Wasser stehen. Im Zug treffe ich einen Tschechen. Er reist mit dem Lonely Planet Reisef\u00fchrer. 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