{"id":5041,"date":"2004-09-28T21:15:27","date_gmt":"2004-09-28T19:15:27","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5041"},"modified":"2019-05-30T11:52:08","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:08","slug":"oosaka-moon-viewing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5041","title":{"rendered":"Oosaka \/ Moon Viewing"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist der Backup-Tag. Gut, da\u00df ich ihn eingeplant habe. In Oosaka fehlen mir noch so viele Dinge. Und heute Abend ist dieses Moon Viewing.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Stop heute ist der <strong>Shitenno-ji<\/strong>. Ein sehr sch\u00f6ner Bau. Das Holz ist orangerot. Die Enden der Balken sind bunt verziert. Die 5-st\u00f6ckige Pagode hat \u00c4hnlichkeit mit der in Ikaruga, dennoch sieht sie allein durch die Holzfarbe ganz anders aus. Auch die Umgebung gibt ihr eine ganz andere Wirkung. Bei weitem nicht so sakral, mu\u00df ich gestehen.\u00a0 Das riesige Gokuraku-mon erinnert an Kamakura, nur in bunt. Von der Farbgebung wirkt der Tempel eher wie der Hachimangu in Kamakura.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehenswert ist auch das Schatzhaus nebenan. Alte Daikos und Schriftrollen. Im Tempel steht ein goldener Buddha. Ich bin leise und h\u00f6re dem Gebet eines buddhistischen Priesters zu. Ich mache keine Fotos. Allein der Autofokus w\u00fcrde die Stimmung st\u00f6ren. Meine R\u00fccksicht ist wohl auch ein Grund, da\u00df ich bleiben darf. Andere werden gebeten, zu gehen. Ich verbringe fast zwei Stunden hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00e4chster Stop ist der <strong>Isshin-ji<\/strong>. In einem Kellerraum ist eine Halle mit hunderten kleinen, goldenen Buddha-Statuen. Dem Schild nach sind es 24404 St\u00fcck. Und es ist noch Platz. Insgesamt sollen hier irgendwann einmal 40000 kleine Buddhas stehen. Es folgt ein Besuch im <strong>Imamiya Ebisu Jinja<\/strong>. Auch sehr h\u00fcbsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Imamiyi laufe ich die Nihonbashi <strong>Den Den<\/strong> hinauf. Das ist die Elektronic Town von Oosaka. Eine lange Stra\u00dfe mit einem Elektrogesch\u00e4ft neben dem anderen, fast 1km lang. Verbrennt eure Kreditkarten und gebt das Bargeld bei Mutti; hohlt euch einen Zivi, der euch den Sabber aus dem Mund wischt. Denn hier kann man alles kaufen, was ein Kabel oder Batterien hat. Unglaublich. Das Mekka f\u00fcr Computerfreaks, Elektronikbastler und Audio-Fanatiker. Hier gibt es alles: ein laden nur f\u00fcr CD- und DVD-Rohlinge, ein Laden nur f\u00fcr Funkger\u00e4te, f\u00fcr \u00dcberwachungstechnik, f\u00fcr Verst\u00e4rkerr\u00f6hren. Und was nicht Elektronik ist, ist Manga und Anime. Ein Shop nur f\u00fcr Hentai!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stra\u00dfe endet in Namba. \u00dcberiridsch ist das sozusagen die Innenstadt. Dutzende kleine Gesch\u00e4fte und Einkaufsstra\u00dfen. Unterirdisch gibt es <strong>Nan Nan Town<\/strong>, die Underground Shopping Mall und den <strong>Namba Walk<\/strong>, eine unterirdische Shopping Street. Sie ist fast 1km lang und hat \u00fcber 400 Gesch\u00e4fte. Sie verbindet zwei U-Bahnstationen. Damit ist sie 4x l\u00e4nger als die L\u00fcbecker Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Im Norden gibt es noch so eine unterirdische Stadt, dazwischen Dotombori. Ich habe das Gef\u00fchl, da\u00df man hier in Namba eine Woche zubringen kann ohne ans Tageslicht zu m\u00fcssen. [Nachtrag: Das ist noch ein Witz im Vergleich zu Umeda. Dieser Untergrund ist fast so gro\u00df wie die L\u00fcbecker Altstadt] Kaffeepause bei Konditorei Kiefer.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Moon-Viewing am Sumiyoshi Taisha<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hab den Rapid Express erwischt und fahre \u00fcber das Ziel hinaus. Kann passieren. Als drei Stationen zur\u00fcck. Es gibt mir die Gelegenheit, dieWohnbezirke in Oosaka kennenzulernen. Selbst hier drau\u00dfen stehen die H\u00e4user dicht an dicht. Die Bahnlinie f\u00fchrt quasi durch den Garten. Ein interessanter Eindruck, den ich schlecht in Worte fassen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz meiner kleinen Rundreise bin ich p\u00fcnktlich am Sumiyoshi. Es bleibt Zeit f\u00fcr ein paar Fotos, auch wenn es schon sehr dunkel ist. Mein Blick f\u00e4llt sofort auf eine rote Bogenbr\u00fccke. Ich kenne sie von Fotos, aber es ist die erste, die ich hier in Japan sehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier steht keine einzige Bude. Der Schrein wirkt, als w\u00e4re er geschlossen. Ich folge ein paar Japanern. Ich bin der einzige nicht-Japaner und werde verwundert angeschaut. Ich rei\u00dfe auch den Altersschnitt nach unten und bin einer der wenigen M\u00e4nner. Was ist dieses Moon Viewing? Beantworten kann ich es nicht, aber so wie ich das sehe ist es ein shintoistisches Ritual mit Gebeten und Tanz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von hinten kommen Musiker mit klassischen Intrumente. F\u00fcr meine Ohren klingen sie etwas schief und schr\u00e4g. Sie tragen gr\u00fcne Kleidung. Es sieht aus wie eine Mischung aus Kimono und Poncho. Alle tragen einen kleinen schwarzen Hut aus schwarz lackieten Pappmasch\u00e9. Der Hut ist optisch viel zu klein. Er wird mit scharzen B\u00e4ndern, wie ein Helm, am Kopf befestigt, damit er nicht herunter f\u00e4llt. Ein Priester betritt die B\u00fchne betet. Dazu schwenkt er einen langen Stab mit gezacktem Papier. Es werden Gedichte vorgetragen. Es kommen T\u00e4nzer mit Naginate und Masken. die Kimono sind auwendig bestickt. Der Tanz erz\u00e4hlt eine Geshichte. Jede Bewegung hat eine Bedeutung, die ich leider nicht kenne. Ich bin beeindruckt. So etwas steht nicht im Reisef\u00fchrer. Ich h\u00e4tte nie gedacht, da\u00df ich so schnell so tief in Japan eintauche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen 18 Uhr ist die Sache beendet. Ich versuche noch ein paar Infos zu kriegen, werde von der Sprachbarriere ausgebremst. Egal. Ich will diesen Augenblick auch nicht zerst\u00f6ren, indem ich in einem W\u00f6rterbuch bl\u00e4tter. Die Veranstaltung l\u00f6st sich schnell auf. Mich zieht es zur\u00fcck nach Dotombori. Kurz vor dem Bahnhof f\u00e4ngt es an zu regnen; Abendessen im Kirin-Plaza. Wieder extrem lecker. Diese Atmosph\u00e4re mit der Jazz-Musik ist komplett auf meiner Linie. Der R\u00fcckweg zum Ryokan erfolgt dann im str\u00f6menden Regen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit:<\/strong> Ein gelungener Tag. Er kann den 26.09. nicht toppen. Dennoch war dieses Moon Viewing einmalig. Das war nicht f\u00fcr Touristen, das war japanisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Farbgebung gibt keinen Aufschlu\u00df, ob es ein Tempel oder Schrein ist.<\/li>\n<li>Das Torii ist kein Beweis f\u00fcr einen Schrein.<\/li>\n<li>Kuchen und deutsche Br\u00f6tchen scheinen eine Goldgrube zu sein.<\/li>\n<li>Kuchen scheint eine Sache nur f\u00fcr Frauen zu sein.<\/li>\n<li>Handys sind eignetlich immer Klapphandys mit Kamerafunktion.<\/li>\n<li>Die machen jedes zweite Urlaubsbild mit dem Handy. [Nachtrag: Man beachte, da\u00df dieser Beitrag aus 2004 ist. Damals hatten westliche Handy nicht einmal 1 MPix.]<\/li>\n<li>Die Japaner an der Br\u00fccke neben dem Kirin-Plaza, sind das Jakuza? Sie w\u00fcrden zumindest das Klischee erf\u00fcllen.<\/li>\n<li>Die Ampel an der Kreuzung ist aus. Eine Richtung hat rotes Blinklicht. Ist wohl das ,was bei uns gelbes Blinklicht ist: Vorfahrt achten. Aber die Richtung f\u00fcr das Blinklicht wechselt, sprich die Vorfahrt wechselt.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der Backup-Tag. Gut, da\u00df ich ihn eingeplant habe. In Oosaka fehlen mir noch so viele Dinge. Und heute Abend ist dieses Moon Viewing. Der erste Stop heute ist der Shitenno-ji. Ein sehr sch\u00f6ner Bau. Das Holz ist orangerot. Die Enden der Balken sind bunt verziert. 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