{"id":5036,"date":"2004-09-27T19:03:25","date_gmt":"2004-09-27T17:03:25","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5036"},"modified":"2019-05-30T11:52:12","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:12","slug":"nara","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5036","title":{"rendered":"Ikaruga \/ Nara"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">9 Uhr. Viel zu sp\u00e4t bin ich beim Fr\u00fchst\u00fcck.Drau\u00dfen regnet es. Die Ausl\u00e4ufer des Taifun machen sich bemerkbar. Was tun? In Oosaka Museen besuchen? Keine Lust.\u00a0 Heute war Nara oder Ise geplant. Auf morgen verschieben ist doof. Da ist das &#8222;Moon Viewing&#8220;. Auf zum Bahnhof, ohne Fr\u00fchst\u00fcck. Nara 1 Stunde, Ise 3,5 Stunden. Die Entscheidung ist gefallen. Auf nach Nara.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zug lese ich den Reisef\u00fchrer. Kurz vor Nara liegt der Horyu-Tempel, in Ikaruga. Warum nicht. Immerhin ein Weltkulturerbe. Es nieselt. Gut, da\u00df ich das Regencape vor dem Abflug gekauft habe. Vom Bahnhof sind es ein paar Meter. Erster Stop: seven eleven. Fr\u00fchst\u00fcck. Die Sandwiches sind gar nicht so verkehrt. Der Nieselregel hat aufgeh\u00f6rt, zu Gunsten von Starkregen. Die Stra\u00dfe hoch dann links. 1,6km insgesamt. 1000yen Eintritt? Die spinnen wohl. Egal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Horyu-ji <\/strong>ist ein alte Anlage. Mit dem Design in Kamakura nicht zu vergleichen. Es gibt sehr viele Mauern. Die wege sind leer. Keine B\u00e4ume. nur Sand und Gehwegplatten. Die Geb\u00e4ude ohne Schn\u00f6rkle. Alles wirkt kahl und aufger\u00e4umt,\u00a0 aber auch ein wenig traurig. Die Pagode ist einmalig. Sie steht mitten in einer leeren Fl\u00e4che. Der Blick fokussiert automatisch auf und nur auf die Pagode. Die anderen Geb\u00e4ude lassen ihr alter erkennen. Sie sind seit Jahrhunderten unver\u00e4ndert. Auch die Wege existieren schon seit Ewigkeiten. Ich stehe im Regen alleine vor dem Yumedono, der Traum-Halle. Hier lagern die Tempelsch\u00e4tze. Betreten darf man die Halle nicht. Der Regen pa\u00dft irgendwie zu dem Tempel. Die Stimmung ist ein wenig ged\u00e4mpft, aber sie pa\u00dft zu diesen alten, leicht verwitterten Geb\u00e4uden. Und so hat den Vorteil, da\u00df ich fast alleine bin. Gleich nebenan steht der Chugo-Tempel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">By the way &#8230; Der Tempel wurde vor 1400 Jahren gegr\u00fcndet und seine Holzgeb\u00e4ude sind die \u00e4ltesten der Welt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Nara<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg zum Bahnhof wird der Regen weniger und es steht fest: Der Abstecher hat sich gelohnt. In Nara hat der Regen vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt. Es ist schon nach Mittag und viel Zeit bleibt nicht. Erster Stop ist der <strong>Todai-ji<\/strong>. \u00dcberall sind Rehe unterwegs. Sie sind handzaum, laufen frei herum und genauso nervig wie Enten in Deutschland. Das Geb\u00e4ude ist beeindruckend. 57x50m Grundfl\u00e4che. Das Dach ist 48m hoch. Damit ist es das gr\u00f6\u00dfte Holzgeb\u00e4ude der Welt. Das gro\u00dfe Holztor am Eingang ist von 1199. Respekt. Der gro\u00dfe Buddha ist 3m gr\u00f6\u00dfer als der in Kamakura. Dennoch wirkt sie in dieser riesigen Halle kleiner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nebenan sind der <strong>Kaidan-in<\/strong> und der <strong>Chisuko-in<\/strong> und das Schatzhaus <strong>Shoso-in<\/strong>. Weiter geht es zum Shoro-Glockturm und diverse Hallen. Alles mit endlos vielen Stufen verbunden. Warum haben Japan immer so viele Stufen vor die Sehensw\u00fcrdigkeiten gebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Wald (Kasugayama-Urwald) geht es zum <strong>Kasuga-Schrein, <\/strong>eine gro\u00dfe Anlage, mitten im Wald. Gut, da\u00df ich die Wanderstiegel gekauf habe. Auf dem nassen, rutschigen Wanderweg, sind die wahrere Segen. Der Weg ist erholsam: B\u00e4che, Wald, Wasserf\u00e4lle und nur ich. Steinlaternen stehen am Wegesrand und \u00fcberall stehen diese kleinen Bauten, die zum Schrein geh\u00f6ren. Die Waldtour endet ungeplant am <strong>Shin-Yakushi-ji<\/strong>. Hab wohl die falsche Kurve genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht quer durch die Stadt zum <strong>Gango-ji<\/strong>. Der Weg f\u00fchrt vorbei an Einfamilienh\u00e4usern. Hier ein Haus haben, h\u00e4tte was. Allein an Designelementen und Gestaltungsideen k\u00f6nnte ich einen ganzen Film verbraten. Und so langsam wird die Zeit knapp. Die eine stunde, die ich heute morgen verloren habe, fehlt mir jetzt. Letzter Stop ist der <strong>Kofuku-ji<\/strong>. Im Reisef\u00fchrer ist zu recht die 5-st\u00f6ckige Pagode erw\u00e4hnt. Daneben steht die achteckgige Halle. Als ich ankomme, schlie\u00dfen sie gerade. Ich darf noch aufs Gel\u00e4nde. Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas Tageslicht ist noch, also laufe uch nach Norden. Hier liegen Begr\u00e4bnisst\u00e4tten. Nach etwa 1km stelle ich aber fest, da\u00df der Ma\u00dfstab der Karte nicht unbedingt stimmt. Ich breche den Versuch ab. Zur\u00fcck zum Bahnhof laufe ich durch ein Shoppingstra\u00dfe. Mein Blick f\u00e4llt auf eine Canon D60 f\u00fcr umgerechnet 600\u20ac. Ich \u00fcberlege. Ich \u00fcberlege lange. Eventuell starte ich einen zweiten Anlauf auf die Reste von Nara von Kyoto aus. Wenn die Kamera dann noch verf\u00fcgbar ist&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Oosaka geht es erst einmal zur\u00fcck ins Ryokan. Ich mu\u00df unbedingt die Klamotten wechseln, durchgeregnet und durchgeschwitzt. Dann nach <strong>Dotombori<\/strong>. Diese Neonreklame des japanischen Nachtlebens machen s\u00fcchtig. Durch Zufall entdecke ich das <strong>Kirin Plaza<\/strong> an einer Br\u00fccke. Ich kenne es aus einem Buch \u00fcber moderne Architektur in Japan. Kleiner als ich dachte. Egal. Ich habe Hunger und oben ist ein Restaurant. Das Resto ist cool. Die Speisekarte halbwegs europ\u00e4isch. Diese Kombination ist echt lecker. Desing bis in die letzte Ecke. Sowas werde ich in Deutschland vermissen. Dazu Jazz-Musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wieder einmal: Das ist Urlaub. Die erste Woche ist rum und es gab noch keinen Tag, der ein Reinfall war. Es gab Durststrecken, aber sie haben nie \u00fcberwogen. Ich freue mich auf weitere 3 Wochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotizen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt 5 Sorten Kirin-Bier. Unter anderem &#8222;Weizen&#8220;.<\/li>\n<li>Hat man alle 5 Sorten bestellt, bekommt man eines Gratis.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Der Stop in Ikaruga war sicherlich besser als ein ganzer Tag nur Nara, auch wenn ich dann die Grabst\u00e4tten noch h\u00e4tte sehen k\u00f6nnen. In Retrospektive: alles richtig gemacht.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9 Uhr. Viel zu sp\u00e4t bin ich beim Fr\u00fchst\u00fcck.Drau\u00dfen regnet es. Die Ausl\u00e4ufer des Taifun machen sich bemerkbar. Was tun? In Oosaka Museen besuchen? Keine Lust.\u00a0 Heute war Nara oder Ise geplant. Auf morgen verschieben ist doof. Da ist das &#8222;Moon Viewing&#8220;. Auf zum Bahnhof, ohne Fr\u00fchst\u00fcck. Nara 1 Stunde, Ise 3,5 Stunden. 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