{"id":5029,"date":"2004-09-26T22:40:01","date_gmt":"2004-09-26T20:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5029"},"modified":"2019-05-30T11:52:16","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:16","slug":"osaka-crashkurs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5029","title":{"rendered":"Oosaka \/ Mozu Hachimangu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wow. Total verschlafen. Zudem mu\u00df ich die Waschmaschine bedienen. Ein Abendteuer f\u00fcr sich alleine. <strong>W\u00e4sche<\/strong> rein. Waschmittel gibt es an einem Automaten. Kauft man wie anderenorts Zigaretten. Geld rein. Klappe aufziehen. Ich starte etwa 2 Stunden hinter dem Zeitplan. Zum Gl\u00fcck habe ich den gestern (wegen der Tokyo-Erfahrung) ausged\u00fcnnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf zur Burg. Hier ist auch er <strong>Park<\/strong>. Noch bevor ich dort eintreffe h\u00f6re ich trommeln. Japanische Trommeln. So gef\u00e4llt das. Sonne pur, die Burg im Blick und Trommeln. Urlaub. Die kleine Truppe sitzt direkt am Eingang zum Park.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hintere Ecke des Parks scheint von Obdachlosen bewohnt zu sein. \u00dcberall zwischen den B\u00e4umen stehen Pappkartons, die als Nachtlager dienen. Auf einer Parkbank sitzt eine Gruppe \u00e4lterer Herren und spielt <strong>Shogi<\/strong>. Ich bleibe stehen und werde angesprochen. Leider verstehe ich kein Wort. Ich werde offensichtlich auf eine Partie eingeladen. Ich nehme an. Meine ersten drei Er\u00f6ffnungsz\u00fcge scheinen zumindest offen zu legen, da\u00df ich schon mal gespielt habe. Dennoch habe ich nach 20 Minuten verloren. Ich werde auf ein erfrischendes Bier eingeladen. Jetzt bin ich doch etwas peinlich ber\u00fchrt. Nach dem Outfit sind es Obdachlose und sie laden mich auf ein Bier ein. Die alten Herren haben offenbar ihren Spa\u00df, auch wenn ich nur einzelne Brocken verstehe. Geht so in die Richtung &#8222;Die Junged von Heute und ihre Computer, keine Ahnung von Strategie und Taktik = Shogi&#8220;. Es f\u00e4llt auch das Wort &#8222;Gaijin&#8220;. Damit bin ich wohl gemeint. Die 30 Minuten waren eine Erfahrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter zur <strong>Burg<\/strong>. Auch sie ist eine Rekonstruktion. Ich betrete das Areal durch das gro\u00dfe Tor. Hier gibt es einen wirklich gro\u00dfen Stein in der Mauer, den Takoishi. 130t, 60 m^3. Respekt. Durch das Tor in den Innenhof. Die Burg ist \u00e4hnlich wie in Nagoya.Das Hauptgeb\u00e4ude, Mauern und ein paar T\u00fcrme. Der Gesamteindruck ist umwerfend. 500yen Eintritt. Innen sind alte R\u00fcstungen und Waffen ausgestellt. Von ganz oben kann man in alle Richtungen auf Oosaka schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der Burg ist kein kleiner Schrein. Ganz nett. Am n\u00e4chsten Schrein soll \u00fcbermorgen eine Moon-Viewing-Zeremonie stattfinden. Ich merke mir den Standort. Weiter zum n\u00e4chsten Park. Booring. Auch der Aussichtsturm ist wenig spektakul\u00e4r. Rei\u00dft gerade meine Gl\u00fccksstr\u00e4hne? Egal, der\u00a0<strong>Tsutenkaku Tower<\/strong> ist das Wahrzeichen von Oosaka. Vom Turm aus kann ich das Ferries Wheel bei dem Ryokan sehen. Ganz sch\u00f6n weit drau\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einschub: Der Betreiber vom Ryokan hat mir heute morgen einen Eventplan gegeben. F\u00fcr den 28. sind zwei Moon Viewings (Oosaka Tenmangu und Sumiyoshi Taisha Schrein) gelistet. Heute gibt es ein Schreinfest am Mozu Hachimangu Schrein im S\u00fcden von Oosaka. Ein weiteres Fest ist am Abenoseima Schrein. Ich lasse zwei andere Schreine aus, hole ich eventuell am 28. nach und schaue mir den Schrein an. Hm. Viel los ist nicht. Es ist bereist 16 Uhr, also auf nach Mozu!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Schreinfest am Mozu Hachimangu<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Bahnstation wei\u00df ich nicht wo lang. Ich gehe nach rechts \u00fcber die Gleise. Gleich hinter mir schlie\u00dfen die Schranken. Der n\u00e4chste Zug kommt. Ein kleiner Pfeil an den Warnlichtern zeigt an, aus welcher Richtung der Zug kommt. Ich laufe etwa 300m. Eigentlich sollte hier der Schrein sein, aber links und rechts nur Park. Der Park auf meiner Seite will sogar Eintritt. Er scheint etwas besonderes zu sein. [Nachrtag: Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weis, ist die Tatsache, da\u00df hier in Mozu die alten Grabanlage stehen, die von oben aussehen wie ein Schl\u00fcsseloch. Ich mu\u00df hier unbedingt noch mal hin!] Ich gehe zur\u00fcck zum Bahnhof. Die Schranken sind schon wieder unten. Kaum habe ich nach dem Zug die Seite gewechselt, schlie\u00dfen die Schranken schon wieder. Vielbefahrene Strecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 500m der Schrein. Erst jetzt stelle ich fest, da\u00df ich kein Geld mithabe. Zur\u00fcck zum Bahnhof. Da gab es einen Seven Eleven. ich glaube, die habe einen Automaten. Leider will der meine Master Card nicht. Ich frage nach einer Bank. Auch dort habe ich kein Gl\u00fcck. Das ist extrem \u00e4rgerlich. Ich habe eine Stunde und das restliche Tageslicht verbraten und immer noch kein Geld. Jetzt ist es auch egal. Zur\u00fcck zum Schrein.<\/p>\n<p>http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3CnqNpu5oLs<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin jetzt schon begeistert. Also die Stufen rauf zum Schrein selbst. Oben ist die H\u00f6lle los. Trommeln und Rufe, rythmisches Klatschen. Oben werden unter dem tosenden Beifall Futondaikos getragen. Das sind riesige Holzgestelle, die von etwa 60 Mann getragen werden. In der Mitte ein riesiger Aufbau. Unten eine Trommel (Daiko) und oben etwas, das aussieht wie eine zusammengelegter Futon. Das ganze wiegt, so erfahre ich etwa 3t. Respekt, zumal auf Kommando das ganze in die H\u00f6he gestemmt wird. Gelingt dies, ist der Beifall enorm. Es wird Konfetti geworfen. Die Stimmung ist riesig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Matsuri ist in vollem Gange. An einem Weg um einen Teich herum stehen kleine Buden mit Essen. Auf einem Platz stehen weitere Buden. So habe ich mir Schreinfeste vorgestellt. Auch die lange breite Stra\u00dfe mit der Treppe zum Schrein hat Buden. Hier gibt es alle: Okonomiyaki, Takiyaki, Sushi, Yakitore. Man kann Fische angeln, Dosen werfen, Masken von Mangafiguren kaufen. Viele M\u00e4dchen tragen Kimono, die M\u00e4nner Yukata. Tausende kleine Buden. Spa\u00df und Freude. Und das wichtigste: Keine Besoffenen, die einem die Stimmung verderben. Ich habe bisher auch nur einen einzigen Polizisten gesehen. Und der hat den Verkehr geregelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Rande stehen weitere Futondaikos. Ich habe noch nich raus, ob das hier ein Wettkampf ist. Ich erfahre aber, da\u00df die einzelnen Gruppen aus der Umgebung kommen. Sie haben bereits gestern die FD teilweise \u00fcber 4km hierher getragen. Getragen! Nicht mit dem LKW gefahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommt das n\u00e4chste FD an die Reihe. Mit einem Kommando das klingt wie &#8222;Ichi-ninno-san&#8220; (etwa 1-2-3) wird das Ding aufgesattelt. W\u00e4hrend des Tragens rufen die Leute so etwas wie &#8222;dema-dema-demo sho shei&#8220; mit Betonung auf den letzten beiden Worten.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u5e73\u621022\u5e74 \u583a\u5e02\u5317\u533a\u767e\u820c\u9ce5\u516b\u5e61\u5bae\u6708\u898b\u796d\u5bae\u51657 6\u756a\u571f\u5854\u753a\" width=\"810\" height=\"456\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5z-5Cqfuzgw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute Abend ist das Fest zu Ende. Gl\u00fcck gehabt. Gegen 19 Uhr, es ist schon sehr dunkel, machen sich die Gruppen auf die Heimreise. Zuerst m\u00fcssen die FD die 60 Stufen hinab getragen werden. Zur Erinnierung, die wiegen knapp 3 Tonnen! Jetzt sind dutzende Polizisten im Einsatz, die die Strecke r\u00e4umen. Wenn das Ding jetzt wegkippt &#8230; Dann &#8230; Die laufen die Stufen wieder rauf. Der Beifall ist enorm und verdient. Wieder Konfettiregen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann geht es auf die Heimreise. Die Treppe wieder runter und den Buden vorbei. Alle paar Meter tauschen die Tr\u00e4ger durch. Ich begleite den Truppe mit der Kamera. Der Futondaiko schwankt. Der Abstand zu den H\u00e4usern ist nur 1-2m. Niemand darf vorbei. Nicht auszudenken was passiert, wenn jemand zwischen Futondaiko und Wand eingeklemmt wird. Oben sitzen immer noch etwa 6 Jahre alte Jungen und schlagen die Trommel. Das machen sie schon die ganze Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 21 uhr stehe ich am Bahnhof. Ich will noch l\u00e4nger bleiben, aber irgendwann ist Schlu\u00df. W\u00e4hrend ich auf den Zug warte, passiert ein anderer Futondaiko den Bahnhof. Dieser wird von einer riesigen Menschenmenge begleitet. Mit diesem Eindruck steige ich ihn die Bahn. Kaum bin ich unterwegs, sehe ich Regentropfen an der Scheibe. Alles richtig gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit:<\/strong> Das Matsuri, die Burg, das Shogi-Spiel. Ein gelungener Tag. Er hatte seine Duststrecken, aber unter dem Strich ein gelungener Tag in Japan. Wenn ich \u00fcberlege, da\u00df das Matsuri nur Zufall war. Mit zu diesem positiven Eindruck z\u00e4hlen die Leute, mit denen ich ins Gespr\u00e4ch gekommen bin. Es ist bisher der beste Tag des Urlaubs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotiz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Moon Viewing ist eine alte Shinto-Zeremonie. Sie findet um den ersten Vollmond mach der Tag-Nacht-Gleiche (Herbstanfang) statt. Sollte man sich merken.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Irgendwie scheint jede Stadt ihren Funkturm mit Aussichtsplattform zu haben. Dies hier ist der Erste nicht in Eiffelturm-Optik.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Werde unterwegs von einer Japanerin angesprochen. Sie lernt gerade Englisch und will sich ein bischen unterhalten\/\u00fcben. Warum nicht.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Immer ausreichend Bargeld mitnehmen !<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Kreditkarten nicht nicht jeder Geldautomat !<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Habe heute die neuen Treter ausprobiert. Hab eh Blasen an den F\u00fc\u00dfen von den beiden Touren in Tokyo. Motte: Jetzt ist eh egal. Superbequem. Keine neuen Blasen bekommen. Ich h\u00e4tte die gleich am ersten Tag anziehen sollen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow. Total verschlafen. Zudem mu\u00df ich die Waschmaschine bedienen. Ein Abendteuer f\u00fcr sich alleine. W\u00e4sche rein. Waschmittel gibt es an einem Automaten. Kauft man wie anderenorts Zigaretten. Geld rein. Klappe aufziehen. Ich starte etwa 2 Stunden hinter dem Zeitplan. Zum Gl\u00fcck habe ich den gestern (wegen der Tokyo-Erfahrung) ausged\u00fcnnt. Auf zur Burg. 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