{"id":5013,"date":"2004-09-25T12:04:18","date_gmt":"2004-09-25T10:04:18","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=5013"},"modified":"2019-05-30T11:52:25","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:25","slug":"fahren-mit-dem-shinkansen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=5013","title":{"rendered":"Kaiserpalast \/ Shinkansen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Um 7 Uhr klingelt der Wecker; bin hundem\u00fcde. Die letzten drei Tage waren doch anstrengend. Und so wie es aussieht habe ich mich an die Zeitverschiebung gew\u00f6hnt. Um 9 Uhr und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck mit Miso, Reis, B\u00f6rtchen, Marmelade und Kaffee checke ich aus. Mit der U-Bahn geht es zum Haputbahnhof. Allerdings: Die U-Bahnstation Otemachi ist 680m vom Bahnhof entfernt. Ich laufe die Strecke unterirdisch. Irre durch den Bahnhof, bis ich einen Coin-Locker finde, der gro\u00df genug f\u00fcr mein Gep\u00e4ck ist. 500yen kostet mich das. Autsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann suche ich die Ausgabestelle f\u00fcr den <strong>JR Pass<\/strong>. Er \u00f6ffnet wirklich Punkt 10 Uhr und keine Sekunde fr\u00fcher. Eine halbe Stunde Schlange stehen hinter so einem bl\u00f6den Ami, der mir den letzten Nerv raubt. Ich lege meinen Voucher auf den Tisch. Die Frage nach dem Startdatum verwirrt mich. Heute! Ich h\u00e4tte den schon fr\u00fcher holen k\u00f6nnen. H\u00e4tte ich das gewu\u00dft. Merken. Wenn man das Startdatum noch w\u00e4hlen kann, das n\u00e4chste Mal den JRP gleich am Flughafen holen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt schnell zum <strong>Kaiserpalast<\/strong>. Vielleicht ist der Garten ja heute zug\u00e4nglich. Aber wo lang. ich habe komplett die Orientierung verloren. Ich brauche weitere 30 Minuten bis zum Palasteingang. Ich bekomme einen kleinen Plastikchip als Eintrittskarte. Ich mu\u00df sie beim Verlassen wieder abgeben. So wissen die W\u00e4chter immer, wie viele Touristen auf dem Palastgel\u00e4nde sind. Man schreitet durch das riesige Tor in eine gr\u00fcne Oase. Die Mauern sind echt heftig. Einzelne Quader habe eine Kantenl\u00e4nge von fast 2m. Die europ\u00e4ischen Burgen wirken da fast wie Spielzeug. Beeindruckende Bauten gibt es im Inneren nicht. Dennoch hat das Gel\u00e4nde etwas. Liegt wohl daran, da\u00df es Teil des Palastes ist. Ich mache einen schnellen durchlauf. Das Wetter ist eh mies und ich will ja noch in Nagoya stoppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zum <strong>Tokyo Hauptbahnhof<\/strong>. Wo sind die Koffer? WO bin ich? Ich glaube es nicht. Jetzt bin ich in Yeasu. Das ist auf der anderen Seite. Zur\u00fcck. Nichts kommt mir bekannt vor. Ein Schild sagt 300m bis Nihonbashi. Ich bin komplett falsch. Das ist die n\u00e4chste U-Bahn-Station. Wieder zur\u00fcck. Langsam werde ich nerv\u00f6s. Nachdem ich den Koffer endlich gefunden habe und am Gate zum Shinkansen stehe, ist der Zug weg. War ja klar. Ach ja. Die Shinkansen haben eine extra Schranke. Es ist sozusagen ein Bahnhof im Bahnhof. Ohne g\u00fcltigen Fahrschein kommt man nicht rein. Getoppt wird das ganze dadurch, da\u00df es einen gr\u00fcnen und einen blauen Shinkansenbereich gibt. Man bin ich froh, wenn ich endlich im Zug sitze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hole mir ein neues Zugticket. Und stehe jetzt am <strong>Shinkansen Bahnsteig<\/strong>. Auf dem Fu\u00dfboden sind Linien aufgemalt. Waggonnummern stehen darauf. Der Bahnsteig ist mit einem Gel\u00e4nder abgesichert. Die T\u00fcren sind genau da wo die L\u00f6cher im Gel\u00e4nder sind und die Linien auf dem Fu\u00dfboden enden. Wow. Die Z\u00fcge stoppen hier auf wenige Zentimeter genau. Mein zug ist noch nicht da. Die Anzeige auf dem Bahnsteig ist zweisprachig und zweischriftig. Der Zug auf dem Nachbargleis f\u00e4hrt gleich ab. Der Schaffner auf dem Bahnsteig schaut auf die Uhr und dann auf seinen Fahrplan. Beide Bewegungen begleitet er mit einem Handzeichen. Dann zeigt er auf den Zug, auf die Anzeige des Zuges und in die Fahrtrichtung, begleitet von dem Pfiff seiner Trillerpfeife. Der Zug schlie\u00dft die T\u00fcren und rollt los. Der Zug ist lang. 16 Waggons. Als der letzte an mir vorbeirollt ist der Zug schon schnell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommt mein <strong>Shinkansen<\/strong>. Hikari der Name. Ich steige ein. Wow. Feeling wie in einem Flugzeug. Drei Sitzreihen pro Seite. Mit Armlehne. Hier im T\u00fcrbereich ist sogar ein Telefon. Platz 6A. Es gibt sogar Klapptische wie im Flugzeug, man kann die Lehne verstellen und die Beinfreiheit ist mehr als ausreichend. Und das alles\u00a0 in der zweiten Klasse. Eine Durchsage und der zug rollt smooth an. Kein ruckeln. Wir sind erst ein paar Meter gefahren, da kommt auch schon der Mitropa-Mensch mit seinen Verkaufswagen. Bis Nagoya sind es nicht einmal 2 Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fahren \u00fcber eine breite Br\u00fccke. Unten nur ein schmaler Flus mit viel Ufer. Haben wir gerade Ebbe oder sind das \u00dcberflutungsfl\u00e4chen. Der Zug f\u00e4hrt etwa in H\u00f6he des 3. OG. Dadurch hat man einen guten Blick auf die Landschaft. Einzig nervt, da\u00df ein Tunnel nach dem anderen folgt. Es wird bergiger, die Bebauung nimmt ab. Hier gibt es jetzt auch H\u00e4user mit G\u00e4rten. Geht doch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weiter mit Nagoya im n\u00e4chsten Blogeintrag &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Randnotiz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><em>Shinkansen:<\/em> Es gibt verschiedene Shinkansen. Der Name bezieht sich nicht auf den Zugtyp, sondern auf die Anzahl der Zwischenstops. Hikarai h\u00e4lt \u00fcberall. Der Kodama l\u00e4\u00dft einigen kleine Stationen aus. Der Nozumi, f\u00fcr JRP-Benutzer nicht freigegeben h\u00e4lt nur an gro\u00dfen Orten. Es ist der Schnellzug unter Schnellz\u00fcgen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die Sitze lassen sich drehen. So sind sie immer in Fahrtrichtung. Alternativ kann man sich einen 6er-Block bauen. Das nenne ich Luxus.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Die Fahrstrecke Tokyo-Nagoya kostet ohne JRP fast 11000yen, das sind knapp 80 Euro. Der JRP lohnt sich jetzt schon. Tokyo-Oosaka ohne Zischenstop w\u00e4ren 14000yen. Autsch.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><em>Nachtrag zu Shiodome:<\/em> Bahnsteig und Gleisbereich sind durch Glas getrennt. Die T\u00fcren \u00f6ffnen nur, wenn die U-Bahn steht. Mehr Sicherheit geht nicht.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><em>Telefone:<\/em> \u00d6ffentliche Telefone haben\u00a0 nicht nur einen Telefonh\u00f6rer. Sie haben auch einen Anschlu\u00df f\u00fcr Notebooks via Kabel (RJ11) oder Infrarot. Ein kleiner Klapptisch ist auch vorhanden.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um 7 Uhr klingelt der Wecker; bin hundem\u00fcde. Die letzten drei Tage waren doch anstrengend. Und so wie es aussieht habe ich mich an die Zeitverschiebung gew\u00f6hnt. Um 9 Uhr und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck mit Miso, Reis, B\u00f6rtchen, Marmelade und Kaffee checke ich aus. Mit der U-Bahn geht es zum Haputbahnhof. 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