{"id":4993,"date":"2004-09-23T20:51:35","date_gmt":"2004-09-23T18:51:35","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=4993"},"modified":"2019-05-30T11:52:33","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:33","slug":"kamakura-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=4993","title":{"rendered":"Kamakura \/ Yokohama"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr heute stehen Kamakura und Yokohama auf dem Plan. Sie liegen beide an der gleichen Bahnlinie. Ist also ein Abwasch. Fr\u00fch geht es los. Erst nach Tokyo und dann mit der Sobu Line weiter. Nach 90 Minuten fahrt bin ich um 10:30 in Kita-Kamakura. Nach dem Reisef\u00fchrer stehen hier die ersten beiden gro\u00dfen Tempel. Nach Kamakura werde ich dann laufen. Ist nur eine Bahnstation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Engaku-ji\"><strong>Engaku-ji<\/strong><\/a> ist gleich hinter dem Bnhhof. Der Bahnsteig ist schmal. Es gibt keine Absperrung, die man passieren mu\u00df. Etwa 100m den Gleisen folgend, stehe ich vor dem riesigen Tor am Tempeleingang. Das Sanmon ist einfach nur gro\u00df. Das Dach \u00fcberdimensional im Vergleich zur restlichen Konstruktion. Die Haupthalle ist \u00e4hnlich beieindruckend. Hier \u00fcbertrifft der Eindruck die Bilder im Reisef\u00fchrer. Ich laufe durch das Tempelareal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei kleinere Tempel \u00fcberspringe ich und ich bin am <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kencho-ji\">Kencho-ji<\/a><\/strong>. Wieder ein imposantes Sanmon. Und wieder mu\u00df ich Eintritt zahlen. Ich versuche mich in Japanisch. Aber erst der Zeigefinger f\u00fcr eine Person wird verstanden. Wichtig: Zeigefinger = 1, Zeigefinger und Mittelfinger = 2, der Damen z\u00e4hlt erst bei 5 mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier der Haupthalle ine japanischer Tempelgarten. In dieser ruhigen Umgebung hat er eine magische Wirkung auf mich. Ich setze mich auf die Holzterasse und genie\u00dfe den Anblick. Alle anderen werfen nur einen kurzen Blick auf den Garten und gehen wieder. Egal. F\u00fcr mich ist das hier neu. Ich will es aufsaugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich folge der Stra\u00dfe bergab nach Kamakura. Etwas langweilig. Ein kleiner Tunnel. Dann links kleine rote Torii \u00fcber einer Treppe. Neugier. Ich schaue mir das genauer an. Die Treppe f\u00fchrt einen kleinen H\u00fcgel hinauf. Eine Sackgasse. Aber hinter der Kurve steht noch was. Ein Schrein. Ich laufe vorbei an Geb\u00e4uden aus rotem Holz. Die Tr\u00e4gerbalken sind bunt verziert. Mein weg f\u00fchrt mich zu einem Platz. Von hier f\u00fchrt eine Treppe hinunter auf einen gro\u00dfen Vorplatz. Ich drehe mich um. Wow. Was f\u00fcr eine Schrein. <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tsurugaoka_Hachiman-g%C5%AB\">Tsurugaoka Hachimangu<\/a><\/strong>. Der gro\u00dfe Schrein von Kamakura. Ich hab den Hintereingang erwischt. Die Wirkung ist wegen ihrer Spontanit\u00e4t umso imposanter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unten auf dem Platz steht ein Regal mit gro\u00dfen Sakef\u00e4ssern. Durst h\u00e4tte ich schon. Mittig eine \u00fcberd\u00e4chte B\u00fchne mit Priestern. Besser als ich dachte. Von der Treppe aus kann man drei gro\u00dfe Torii sehen. Sie stehen in Kamakura. Das letzte unten am Wasser, das erste am Ende des Schreingel\u00e4ndes. Am dem Weg dorthin f\u00e4llt mein Blick auf eine Art Prozession. Stop. Eine Hochzeitszeitgesellschaft. Die Braut in wei\u00df, dahinter die Famile. Alle in Kimono. Ein Shintopriester f\u00fchrt die Gruppe an. Ich Folge in einigem Abstand. Sie gehen zu der B\u00fchne. Es wird kaum etwas gesagt. Ich verstehe es nicht. es wirkt aber sehr zeremoniell und beeindruckt. Alles scheint besiegelt zusammen, als das Brautpaar eine Schale Tee trinken. Daher also der Spruch in einigen Anime. Das gemeinsame Trinken scheint die Ehe zu besiegeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt aber weiter. Zur Stra\u00dfe und dem ersten Torii. Hier beginnt eine Allee. Links und rechts ist die Stra\u00dfe, in der Mitte eine Allee f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger. Wirkt sehr entspannend. Gerade, wenn aus Tokyo anreist. Links und rechts der Stra\u00dfe sind kleine L\u00e4nden und Restaurants. Es wirkt schon wie eine Touristenhochburg, aber es gef\u00e4llt. Ich laufe die Stra\u00dfe runter und hinter der Eisenbahn\u00fcberf\u00fchrung rechts.\u00a0 Danach immer geradeaus. Ziel ist der gro\u00dfe Buddha.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Bahn\u00fcbergang. Ich h\u00f6re das Ding-Ding-Ding-Ding, das ich aus den Anime kenne. Die Schranken schlie\u00dfen sich. Das ist aber kein Schlagbaum. Eher ein Metallrohr, da\u00df sich unter seinem eigenem Gewicht durchbiegt. Das klingeln h\u00f6rt nicht auf. Der Zug f\u00e4hrt durch. Erst jetzt wo sich die Schranken heben ist Ruhe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dei Stra\u00dfe ist l\u00e4nger als ich dachte. Viel zu sehen gibt es nicht. Moment. Rechts gibt es ein paar Steinfiguren. Daf\u00fcr sitzt ein buddhistischer Priester und betet. Etwas sp\u00e4ter sehe ich das Ende der Stra\u00dfe. Hier mu\u00df ich rechts abbiegen, um zum Daibutsu zu gelangen. Aber genau geradeaus ist noch ein Tempel, der <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hase-dera\">Hasedera<\/a><\/strong>. Den habe ich auf der Karte \u00fcbersehen. Der Eingang ist ein h\u00f6lzernes Tor, daneben ein Baum. Damit nicht genug. Im Tor h\u00e4ngt ein gro\u00dfer roter Lampion. Ein echtes Postkartenmotiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Eintritt, wie \u00fcblich, ist schnell bezahlt. Hinter dem Tor ein Garten. Das Areal ist am Hang \u00fcber mehrere Ebenen. Es gibt so viel zu sehen: der Garten, die Grotte, die Tempelglocke, diese kleine Steinstatuen. Weiter oben dann die Eyecatcher. Die Hauptgeb\u00e4ude mit der Kannon-Statue (fotografieren verboten). Hier steht auch ein Bambushain, der mit dem 16mm Fish-eye irre aussieht. Daneben eine Gebetsrolle, ein drehbarer Turm mit Sutratafeln. Hier steht ein kleines Cafe mit Ausblick \u00fcber Kamakura.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letzte Station ist der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Daibutsu\"><strong>Daibutsu<\/strong><\/a>, die gro\u00dfe Buddhastatue im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C5%8Dtoku-in\"><strong>Kotoku-in<\/strong><\/a>. Er ist gro\u00df, aber kleiner als auf den Fotos. Foto von leicht unten mit dem Weitwinkel. Alter Trick. Damit habe ich die erste gro\u00dfe Marke in Japan erreicht. Dieser Buddha ist fast auf jedem Reisef\u00fchrer abgebildet. Und wenn nicht, dann das Torii im Wasser. Das kommt sp\u00e4ter in Hiroshima.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Yokohama<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt aber zur\u00fcck zum Bahnhof und mit dem Zug nach Yokohama. Es gibt jedoch ein Problem. Kein Filmmatieral mehr und es f\u00e4ngt an zu d\u00e4mmern. Also starte ich gleich durch zu <strong>Mirai 21<\/strong>. Hier stehen der <strong>Landmark Tower<\/strong> und das <strong>Queens Square<\/strong>. Gleich daneben eine Shopping Mall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum ist der Film in der Kamera geht es los. Fotos schie\u00dfen. Die Belichtungszeiten werden lang. Auweia. Dann geht es am Riesenrad von <strong>CosmoWorld<\/strong> (einem kleinen Freizeitpark) und zum <strong>Pacifico<\/strong>. Hier ist nicht viel los. Also weiter zur Promenade. Der Weg ist etwas \u00f6de. Es wirkt wie eine gro\u00dfe Baustelle. Verst\u00e4ndlich, das Bauprojekt ist noch nicht abgeschlossen. Ein Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke, die einen Kreuzverkehr \u00fcber der Kreuzung bildet. Ich gelange zu den alten <strong>Lagerh\u00e4usern aus Backstein<\/strong>, die jetzt Restaurants und Kneipen beherbergen. Hier beginnt die Promenade. Es ist dunkel geworden. Es geht vorbei am blau angeleuchteten <strong>Lotsengeb\u00e4ude<\/strong>. Futuristisch. Bis zu einem <strong>Yamashita Park<\/strong>. Hier steht der <strong>Marine Tower<\/strong>. Ein alter Leuchtturm, komplett bunt angeleuchtet. Ob gibt es ein Resto und ein gro\u00dfes Vogelgehege mit Papagaien. Am Ende der Promenade liegt die <strong>Nihonmaru<\/strong>. Ein alter Dampfer, der jetzt ein Club ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Park geht noch etwas weiter. Hier treffen sich prim\u00e4r Liebensp\u00e4rchen. Gleich hinter dem Park ist der Yokohama Expressway und die Auffahrrampe zur Bay Bridge. Ich drehe um und begebe mich in Richtung <strong>China Town<\/strong>. Roar. Das rockt. Selbst hier in Japan wirkt der Ort exotisch. Ein buntes, verschn\u00f6rkeltes Tor am Eingang. Hier merkt man den Unterschied. Eben noch in Kamakura die japanischen Geb\u00e4ude mit ihrer klaren Architektur bewundert, stehre ich jetzt vor diesem bis zur Kitschigkeit \u00fcberladenem Tor. Dahinter geht es weiter. Bunte Leuchtreklame \u00fcberall. Mehr noch als in Ueno. Kaufl\u00e4den und chinesiche Restaurants. Ich habe keine Karte von diesem Areal. Zum Gl\u00fcck ist es scharf abgegrenzt. Am Eingang zur China Town stehen diese Tore. Au\u00dferhalb ist es dunkel. Das Licht und der Trubel versetzen mich in Trance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich probiere eine von diesen Teigtaschen. Man. Sind lecker. Und f\u00fcr 300yen wird man wirklich satt. Die F\u00fcllung ist verschieden. Mal ist es Schweinefleisch, mal Bohnenpaste. Zu erkennen daran, wie der Teig oben verziert ist. Ich habe mir vergessen zu merken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Meine&#8220; Baustelle:<\/em> Um 10 Uhr bin ich wieder in Tokyo, Ueno. Ein LKW mit Sand kommt. Drei Leute sichern ab, als er r\u00fcckw\u00e4rts setzt. H\u00fctchen werden zur Seite ger\u00e4umt. Der LWK parkt ein. Die H\u00fctchen werden wieder aufgebaut, w\u00e4hrend ein Wachmann mit Leuchtstab absperrt. Hat der Angst, da\u00df jemand gegen den LKW rennt oder ihn klaut? Der Sand wird abgekippt. 20 Sekunden sp\u00e4ter: H\u00fctchen weg, Sicherungsposten, LKW f\u00e4hrt weg, H\u00fctchen wieder aufbauen. Wow. Das ist schon fast paranoid. Und diese Umleitung f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger. Durchgehende Absperrgitter mit Beleuchtung, Hinweisschilder mit Pfeilen. Dazu Sicherheitspersonal, das einem den Weg zeigt (als h\u00e4tte man ein anderen Wahl). Der Posten am Ende enschuldigt sich f\u00fcr die Umst\u00e4nde und bedankt sich f\u00fcrs Verst\u00e4ndnis. Die spinnen die Japaner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Feststellung zu den Polizeiboxen:<\/em> Die gibt es fast so h\u00e4ufig wie Getr\u00e4nkeautomaten. Sie sind meist mit zwei Polizisten besetzt. Oder einer ist momentan mit dem Fahrrad (!) auf Streife.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/reisefuher\/reisefuhrer-kanto\/kamakura\/\">Link zum Reisef\u00fchrer \/ Kartenmaterial<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr heute stehen Kamakura und Yokohama auf dem Plan. Sie liegen beide an der gleichen Bahnlinie. Ist also ein Abwasch. Fr\u00fch geht es los. Erst nach Tokyo und dann mit der Sobu Line weiter. Nach 90 Minuten fahrt bin ich um 10:30 in Kita-Kamakura. Nach dem Reisef\u00fchrer stehen hier die ersten beiden gro\u00dfen Tempel. 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