{"id":4982,"date":"2004-09-22T16:06:43","date_gmt":"2004-09-22T14:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=4982"},"modified":"2019-05-30T11:52:44","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:44","slug":"fusmarsch-am-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=4982","title":{"rendered":"Tokyo \/ Fu\u00dfmarsch am Tag 1"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bin erstaunlicherweise schon um 7 Uhr wach (0 Uhr MESZ). Keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Das Futon ist nahe dran an meinem Bett zu Hause. Sehr bequem. Schnell japanisch duschen und zum Fr\u00fchst\u00fcck. Es wird eine europ\u00e4isch, japanische Mischung: eingelegtes Gem\u00fcse, Misosuppe, Reise, Br\u00f6tchen, Kaffee und Marmelade von Kraft. Das ist weniger ein Experiment als vielmehr ein Backuplan, falls das japaniche Fr\u00fchst\u00fcck nicht mein Fall ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wettervorhersage sagt 31 Grad voraus. Die Bew\u00f6lkung soll in den n\u00e4chsten Tagen zunehmen. Also ist heute der gro\u00dfe Tokyo-Rundgang. Der Plan ist:<br \/>\nUeno-Park &#8212; Nezu Jinja &#8212; Shinjuku &#8212; Meiji Shrine &#8212; Shibuya<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ueno-Park<\/strong>. Hier soll die Reise starten. Ich war gestern schon mit Koffern hier. Zwei riesige Teiche. Der eine komplett zu mit Seerosen, oder sowas. Am Ende steht ein kleiner Tempel. ich sehe auch eine Pagode, aber irgendwie ist ein Zaun im Weg.[Nachtrag: Das hier war gar nicht der Ueno-Park. Das stelle ich aber erst 2006 fest.]\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der erste Tempel.<\/strong> Ich laufe nach Norden durch kleine Gassen. Die Farbe gr\u00fcn kommt nur in kleinen Blument\u00f6pfen vor, die auf dem Gehweg stehen. Die japanische Version eines Vorgartens? Naja, viel Platz ist nicht. Dann der erste Tempel, oder Schrein? Ein alter Holzbau auf einer leeren Fl\u00e4che. Ein Zaun, dahinter der Spieplatz eines Kindergartens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nezu Jinja.<\/strong> Ich habe die Strecke auf der Karte untersch\u00e4tzt. Aber hier mu\u00df ich wohl abbiegen. Japp. Hier ist der Eingang. Wow. Ein Wald in Tokyo. Davor ein rotes Tor. Ich trete ein und vergesse fast sofort, da\u00df ich in einer Millionenmetropole bin. Der Weg f\u00fchrt zwischen B\u00e4umen hindurch auf einen breiteren Weg. Hab wohl den Nebeneingang genommen. Vor mir ein kleiner Shinto-Altar mit Glocke. Links auf einer Anh\u00f6he dutzende kleine Torii in leuchtend rot-orange. Ich gehe durchsie hindurch. Mu\u00df den Kopf einziehen. Vorbei an kleine B\u00fcschen f\u00fchrt der Weg zu einem Teich. \u00dcber die Br\u00fccke gelange ich auf einen gro\u00dfen Sandplatz. Hier steht ein gro\u00dfes Mon. Ein Tor mit ausladendem Dach. Dahinter ein weiterer Platz und eine Halle. Alles ist in dunklem rot. Ich bin beeindruckt. Der Reisef\u00fcher hat nicht zu viel versprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ToDai<\/strong>. Der Weg f\u00fchrt mich an der Tokyo Universit\u00e4t (TokyoU oder ToDai genannt) vorbei. Das Gel\u00e4nde ist edel. Ein rotes Tor und man steht auf elit\u00e4rem Boden. Wie in Irland betritt man eine andere Welt. Tokyo ist drau\u00dfen. Viele Geb\u00e4ude haben gotische Stilelemente.\u00a0 Ein riesiger Dojo f\u00fcr Kendo und Karate. Dahinter ein Park mit Teich und einem kleinen Wald. Das alte Audimax, Wahrzeichen der Uni.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tokyo Dome.<\/strong> Der Weg f\u00fchrt weiter in Richtung Tokyo Dome. Ich sollte mal zu Hause anrufen und sagen, da\u00df alles ok ist. Die \u00f6ffentlichen Telefone sind wirklich gr\u00fcn. Und ich bin zu bl\u00f6d, sie zu bedienen. Ich kriege keine Verbindung hin. Merke, da\u00df nicht jedes Telefon f\u00fcr internationale Gespr\u00e4che ausgelegt ist. Ich brache zudem eine Telefonkarte. Also ab in das Hotel und zu fragen. Ich wollte nur fragen wo man die Karten kriegt und das passende Telefon findet. Beides im Hotel, so die Antwort. Dennoch schaffe ich es nicht \u00fcber das Freizeichen hinaus. Ich brauche Hilfe; und lerne: 0049 ist nicht unbedingt die richtige Vorwahl f\u00fcr Deutschland. Das h\u00e4ngt von der Telefongesellschaft ab. Oft braucht man eine Spezielle Vorwahl vor der Vorwahl. Dann klappt es doch noch mit dem Anruf. Gr\u00fc\u00dfe in die Heimat, wo es jetzt 21 uhr sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Iidabashi<\/strong>. Jetzt die Stra\u00dfe hinunter und dann dem Flu\u00dflauf folgen. Und der Hauptstra\u00dfe entland. \u00dcber dem Flu\u00dflauf, auf Stelzen, ist die Autobahn. Der Weg wird immer l\u00e4nger. Die Hitze immer schlimmer. Ich passiere das japanische Verteidigungsministerium. Verdammt, dann habe ich den Yasukuni-Schrein verpa\u00dft. Aber ich habe keine Motivation zur\u00fcck zu laufen. Shinjuku ist das Ziel. Kurz bevor ich da bin stoppe ich noch bei einem Tempel, der rechts in zweiter Reihe liegt. Die Stra\u00dfe geht jetzt etwas bergab. Gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Shinjuku.<\/strong> Das Chaos nimmt zu. Ich n\u00e4here mich der Bahnstation Shinjuku. Um diesen Bahnhof herum pulsiert Tokyo. Gesch\u00e4fte, Kneipen, B\u00fcros und Verkehr. Alles auf engstem Raum, teilweise \u00fcbereinander. Hinter dem Bahnhof die Skyline von Shinjuku mit dem markanten Twin Tower. Es ist das h\u00f6chste Rathaus der Welt. Imposant. Ich steure durch die Hochh\u00e4use, diese B\u00fcrot\u00fcrme, hindurch darauf zu. Die Stra\u00dfe f\u00fchrt unter (!) dem Geb\u00e4ude durch. Wow. \u00dcber mir sind jetzt 50 Stockwerke aus Stahl und Beton. Aber wo ist der Eingang. Die T\u00fcrme sollen ein Aussichtsplatform haben. Ich stehe auf der R\u00fcckseite. Besser. Von hier aus habe ich keine Gegenlicht. Hinter dem breiten Weg ein Park. Haut mich jetzt nicht vom Hocker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meiji Jingu. Ich verlaufe mich. Versuche mich am Expressway, der Autobahn auf Stelzen, zu orientieren. Unter ihr hindurch. Hier sollte der Eingang sein. Geschlossen? Wie jetzt? Das Tor ist zu. 16:30 Uhr wird zu gemacht. Sch*** Es ist bereits 17 Uhr. Damit hatte ich nicht gerechnet: Weder da\u00df es so sp\u00e4t ist, noch da\u00df der Schrein so fr\u00fch geschlossen wird. Ich \u00e4rgere mich. Also um den Schrein herum nach Shibuya. \u00dcber mir ist der Expressway, die Autobahn. Hier unten stehen Wohnh\u00e4user; nicht nur zweitklassige Mietbunker. Einfamilienh\u00e4user. Sie stehen teilweise unter dem Expressway. Nicht zu fassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Weiter geht es im zweiten Teil &#8230; Versprochen, die nachfolgenden Blogs werden k\u00fcrzer. Aber heute sind so viele Eindr\u00fccke auf mich eingebrochen, habe nicht einmal alle verdaut.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bin erstaunlicherweise schon um 7 Uhr wach (0 Uhr MESZ). Keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Das Futon ist nahe dran an meinem Bett zu Hause. Sehr bequem. Schnell japanisch duschen und zum Fr\u00fchst\u00fcck. Es wird eine europ\u00e4isch, japanische Mischung: eingelegtes Gem\u00fcse, Misosuppe, Reise, Br\u00f6tchen, Kaffee und Marmelade von Kraft. 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