{"id":4953,"date":"2004-09-21T23:22:00","date_gmt":"2004-09-21T21:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/seidenpriester.wordpress.com\/?p=4953"},"modified":"2019-05-30T11:52:50","modified_gmt":"2019-05-30T10:52:50","slug":"erste-schritte-auf-fremdem-grund-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=4953","title":{"rendered":"Erste Schritte auf fremdem Grund \/ Ueno"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach 90 Minuten erreichen wir Tokyo im Untergrund. Vor zwei Stationen ging es in den Keller. Ich steige aus und nehme den ersten Ausgang. Wow. Hei\u00df. \u00dcber 30 Grad. Vor mir der Eingang zu einem Park. Der Ueno-Park. Ich bin Richtung. Ich laufe durch den Park. Es ist kurz nach 18 Uhr und es d\u00e4mmert bereits. Im Park steht ein Handkarren mit Essen. Wie in den Anime. Wow. Es gibt sie wirklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich laufe durch den Park vorbei an den Seerosen. Zur\u00fcck zur Stra\u00dfe. Der erste Eindruck: laut, bunt, schrill, viele Autos, Werbung \u00fcberall. So habe ich mir das vorgestellt. So waren die Fotos in den Reisef\u00fchrern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg zum Hotel f\u00fchrt \u00fcber markante Punkte: Bis zur zweiten Polizeibox, dann rechts, an der n\u00e4chsten Kreuzung &#8230; wow, der Koffer wird schwer, kurze Pause &#8230; links, bis zur Tankstelle und dann nur noch rechts und &#8230; den Berg hinauf? Das darf doch nicht wahr sein. Der Koffer ist mittlerweile wirklich schwer, es ist hei\u00df und jeder Schritt bergauf ist anstrengend. N\u00e4chste Pause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage lieber nach dem Weg. Die Antwort ist peinlich. Sagen wir es so. Von der anderen Seite der Stra\u00dfe h\u00e4tte ich die riesigen Buchstaben HOTEL EDOYA lesen k\u00f6nnen. 50m von meiner jetzigen Position. Ups.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab in die Lobby. Check-in und rauf ins Zimmer. Wow. Ein Flur. Badezimmer und Toilette sind in getrennten R\u00e4umen. 2 Tatamir\u00e4ume (Wohn- und Schlafzimmer). Genau so habe ich mir das vorgstellt. Japanisch. Jetzt noch eine K\u00fcche und ich ziehe ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer erfrischenden Dusche geht es gegen 19:15 runter in das Restaurant. Wieder bin ich begeistert. Viel Holz. Es wirkt exotisch anders, aber nicht kitschig wie in Chinarestaurants. Ich bestelle ein Bier (550en) und ein Diner Set (1380) bestehend aus Sukiyaki und Tempura. Ersteres ist d\u00fcnnes Rindfleisch in einer Br\u00fche, die in einem Tontopf \u00fcber einem Brenner k\u00f6chelt. Als Dipp gibt es ein rohes Ei. Uuh. Tempura sind Garnelen und Gem\u00fcse im Eiteigmantel. Dazu gibt es Reis, Suppe und Salat. Alles unglaublich lecker. Selbst das rohe Ei. Der Geschmack Ei + Fleisch ist echt einen Versuch wert. Die Rechnung sind 2026en ??? Achtung: Die Preise in der Karte waren Netto. Mach das mal in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich ins Bett &#8211; nein, Futon &#8211; falle noch ein Rundgang durch die Stra\u00dfe der gro\u00dfen Stadt. Ich trete vor die T\u00fcr. Der Temperaturhammer trifft mich. Air Condition ist so toll. Drau\u00dfen sind jetzt um 21 Uhr immer noch \u00fcber 25 Grad; und es ist schw\u00fcl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Stra\u00dfe am Uenobahnhof wirken die Reklamen jetzt noch bunter. Es ist immer noch quirlig, laut und chaotisch. Ampeln, Autobeleuchtung und die Reklame verschmelzen zu einem Lichtmeer. \u00dc\u00fcberall wird zum betreten von Kneipen animiert, sind doch Kneipen oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ueno scheint eine riesige bautelle zu sein. \u00fcberall Gelblicht, Absperrgitter mit roten Leuchten, Bagger blinkende verkehrsleutkegel und Sicherheitzspersonal mit Leuchtst\u00e4be und blinkenden Warnwesten. Die Bauarbeiter tragen wei\u00dfe Handschuhe; unfa\u00dfbar. Offensichtlich wird die Nacht durchgearbeitet. Die bautelle wirkt aufger\u00e4umt, als ob die gleich feierabend machen. Alles hat seinen markierten Platz. Man wird h\u00f6flich auf die Umleitung hingewiesen, als ob man bei den ganzen Absperrma\u00dfnahmen eine Wahl h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt noch einen Abstecher in den Ueno-Park. Es ist dunkel. Und \u00fcberall herum die hellen Lichter. Die H\u00e4user sind teilweise bis zur Dachspitze mit Leuchtreklame zugepflastert. Au\u00dfer mir sind hier noch P\u00e4rchen und Obdachlose unterwegs; komische Kombination.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich laufe die Stra\u00dfe runter am Hotelabzweiger vorbei in die andere Richtiung. Akihabara. Das ist also Akihabara. Es ist noch bunter, lauter und schriller. Wow. Viele L\u00e4den sind schon zu. Dennoch ist einiges los. Auf dem Weg zur\u00fcck zum Hotel sehe ich \u00fcberall Suhshil\u00e4den und Gark\u00fcchen. Verhungern werde ich nicht. Und ich entdecke noch eine japanische Eigenart: Die Eingangst\u00fcren zu den L\u00e4den sehen heute immer noch so aus, als w\u00e4re es Papierschiebet\u00fcren. In der T\u00fcr h\u00e4ngt ein Vorhang. Bei offener T\u00fcr sieht man G\u00e4ste, aber man sieht ihr Gesicht nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soviel f\u00fcr heute &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 90 Minuten erreichen wir Tokyo im Untergrund. Vor zwei Stationen ging es in den Keller. Ich steige aus und nehme den ersten Ausgang. Wow. Hei\u00df. \u00dcber 30 Grad. Vor mir der Eingang zu einem Park. Der Ueno-Park. Ich bin Richtung. Ich laufe durch den Park. 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