{"id":18363,"date":"2008-09-26T14:31:31","date_gmt":"2008-09-26T13:31:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=18363"},"modified":"2020-01-05T22:36:03","modified_gmt":"2020-01-05T21:36:03","slug":"tokyo-station","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=18363","title":{"rendered":"Tokyo Station"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hier einige Fakten zum Bahnhof &#8222;Tokyo Eki&#8220;.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">760.000 Fahrg\u00e4ste pro Tag.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">335m lang ist das Hauptgeb\u00e4ude (die Bahnsteige sind noch l\u00e4nger)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">28 Bahngleise (ohne die U-Bahn !!!)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u00fcber 600 Shinkansen erreichen\/verlassen Tokyo Eki pro Tag (also grob zwischen 5 Uhr morgens und Mitternacht)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">normale Z\u00fcge fahren auf Kapspur (1063 mm); Shinkansen nutzen Normalspur (1435 mm)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">In der Mitte des Hauptgeb\u00e4ude ist ein Eingang, der dem Kaiser und seiner Familie vorbehalten ist.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Auf jedem Bahnsteig ist eine Nullmarke, da ab Tokyo die Bahnkilometer gez\u00e4hlt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22851 size-full\" src=\"http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-06.jpg\" alt=\"\" width=\"3318\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-06.jpg 3318w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-06-300x90.jpg 300w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-06-768x231.jpg 768w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-06-1024x309.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 3318px) 100vw, 3318px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1914 wurden die Bahnh\u00f6fe Shimbashi und Ueno verbunden und der Bahnhof Tokyo Eki er\u00f6ffnet; fast 40 Jahre nach Beginn des Eisenbahnalters (1872) in Japan. Somit ist der Bahnhof weder der erste noch der \u00e4lteste in Tokyo bzw. Japan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer den Bahnhof kennt, wei\u00df dass er gro\u00df ist. Es ist ein Labyrinth. Anders als in Europa verlaufen die Bahngleise in mehreren Ebenen \u00fcber und unter der Erde. Dazwischen spannt sich ein Netzwerk von Passagen und Wegen. Hinzu kommt die riesige unterirdische Shopping Mall Yaesu und die Kellergeschosse der umliegenden Geb\u00e4ude. Auf meiner erste Reise habe ich \u00fcber eine viertel Stunde ben\u00f6tigt, um das Schlie\u00dffach mit meinem Koffer wiederzufinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der viktorianische Baustil l\u00e4sst ihn aussehen wie\u00a0 einen Banhhof in London oder Dover. Das Hauptgeb\u00e4ude ist aus rotem Backstein. Es hatte urspr\u00fcnglich 3 Stockwerke. Nach der Zerst\u00f6rung in WWII wurden aber nur 2 Stockwerke wieder aufgebaut. Das war noch 2004 so, als ich den Bahnhof zum ersten Mal besuchte. Zu diesem Zeitpunkt war der Bahnhof bereits in gro\u00dfen Umbauma\u00dfnahmen begriffen. Unter anderem wurde das Geb\u00e4ude erbebensicher gemacht. Dazu geh\u00f6rte eine neues Fundament. Das Fundament gr\u00fcndete auf zigtausenden 8m langen Holzpfeilern. Diese wurde durch 450 Stahlbetonpfeiler, jeder 20m lang, ersetzt. Allein das bergen der alten Holzpfeiler dauerte 3 Jahre.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22852 size-full\" src=\"http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-07.jpg\" alt=\"\" width=\"2400\" height=\"1600\" srcset=\"http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-07.jpg 2400w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-07-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-07-768x512.jpg 768w, http:\/\/www.seidenpriester.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/20121231-Tokyo-Eki-07-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2400px) 100vw, 2400px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wurden zwei neue Bodenplatten im Abstand von etwa 1m gegossen; dazwischen 352 Schockabsorber als Erbebenschutz. Das Geb\u00e4ude wurde dabei um einen Meter angehoben. Die Anhebung erfolgte in mehreren Abschnitten unter Normalbetrieb. Leider habe ich kein Foto von der tempor\u00e4ren Treppe zwischen dem bereits angehobenen und dem noch nicht angehobenen Geb\u00e4udeteil.\u00a0Dieser Prozess dauerte 3 Jahre. Ich dachte damals: &#8222;Welcher Depp baut genau hier drei Stufen?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Renovierung wurde auch das dritte Stockwerk wieder aufgebaut. Ich habe somit Fotos von Tokyo Eki mit 2 und mit 3 Etagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen der Umbauma\u00dfnahmen habe ich erst 2012 das eigentliche Bahnhofsgeb\u00e4ude gesehen. Zuvor war das f\u00fcr mich die h\u00e4ssliche Seite mit der grauen Bauplane \u00fcberall. Mangels Orientierung dachte ich immer, dass es die R\u00fcckseite des Bahnhofes ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Dach ist mit Schieferplatten gedeckt. Sie stammen aus Ishinomaki; der Ort, der 2011 vom Tsumami vernichtet wurde. Auch die Fabrik, die die Dachschindeln hergestellt hat, wurde bis auf die Fundamente zerst\u00f6rt. Wie durch ein Wunder \u00fcberlebte ein Gro\u00dfteil der Schindeln, die zu diesem Zeitpunkt versandfertig verpackt im Lager standen. Sie wurden gereinigt und verbaut. &#8211;&gt; Wer also heute auf den Bahnhof blickt, sollte sich bewusst machen, dass all die Dachschindeln vom Tsunami verschlungen aber wieder freigegeben wurden; anders als die Firma, die sie erstellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bahnhof kann grob in 4 Abschnitte unterteilt werden:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">der Bereich vor den Drehkreuzen, der f\u00fcr alle zu\u00e4nglich ist.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">der Bereich der Local Trains und Commuter Trains<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Shinkansenbereich von JR East<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Shinkansenbereich von JR West\/Center<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich weise darauf hin, dass es zwei getrennte Shinkansenbereich gibt. Sie haben unterschiedliche Gates.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Bahnhof selbst gibt es ein Hotel. Man kann von manchen Hotelzimmern in die Wandelhalle des Bahnhofes schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das U-Bahn-Netz geh\u00f6rt offiziell nicht zum Bahnhof. Es ist riesig. Die Weg sind teilweise \u00fcber 1km lang. Man kann unterirdisch teilweise bis zur n\u00e4chsten U-Bahn-Station laufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tunnel sind dabei so dicht nebeneinander, dass es eng wird. Beispiel hierf\u00fcr ist dieser Korridor, der ein paar Stufen hintergeht, weil dar\u00fcber ein U-Bahn-Tunnel ist. Er ist so schmal, weil links und rechts ebenfalls U-Bahn-Tunnel verlaufen. Und unter dem Korridor ist ein weitere U-Bahnhof. Dessen Decke musste abgesenkt werden, damit der Korridor gebaut werden kann.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Das Bahnnetz<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Zentral-Tokyo gibt es 62 Bahnlinien mit 25 Millionen Kunden pro Tag. Auf manchen Bahnsteigen von Tokyo Eki, verl\u00e4sst alle 3 Minuten ein Zug den Bahnhof. Die Yamanote kommt in der Rush Hour sogar auf einen 2-Minuten-Takt. Die Haltezeit von Z\u00fcgen wird in Japan in Sekunden angegeben; in der Regel 30-35s. Die Haltezeiten ber\u00fccksichtigen die Rush Hour und Zeiten mit wenig Kundschaft und die Eigenschaft des Bahnsteigs (wie schnell k\u00f6nnen Fahrg\u00e4ste ein- und austeigen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles klappt nur, weil die Z\u00fcgt\u00fcren auf wenige Zentimeter genau immer an der gleichen Stelle sind und Passagiere bereits beim Einfahren des Zuges in Position stehen: Leute die Aussteigen gehen direkt geradeaus zur Bahnsteigmitte. Leute die Einsteigen warten links und rechts von der T\u00fcr (da sie wissen wo die T\u00fcr sein wird) und steigen nach dem letzten &#8222;Aussteiger&#8220; sofort ein. Das r\u00fcpelhafte deutsche Verhalten (der Versuch einzusteigen, bevor alle ausgestiegen sind) w\u00e4re in Japan undenkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonderheit in Japan ist, das verschiedene Zugtypen &#8211; Locals die an jedem Bahnhof stoppen, Rapid, Express und Ltd. Express, die nur an wenigen Bahnh\u00f6fen halten &#8211; auch dem gleichen Gleis laufen. Die Fahrt der Z\u00fcge muss daher sekundengenau eingehalten werden, damit der Express den Local an den wenigen \u00dcberholgleisen \u00fcberholen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Versp\u00e4tung von einer Minute (bei der Deutschen Bahn normal) f\u00fchrt dazu, dass nachfolgende Z\u00fcge bremsen m\u00fcssen. Ein Kettenreaktion im gesamte Bahnnetz ist die Folge. Eine Best\u00e4tigung f\u00fcr Versp\u00e4tungen (z.B. um sie dem Chef vorzulegen) gibt es bereits ab 2 Minuten Versp\u00e4tung. Bei der Deutschen Bahn ist ein Zug erst ab 15 Minuten vesp\u00e4tet. Undenkbar in Japan. Zumal dies bedeuten w\u00fcrde, dass z.B. auf der Yamanote, 8 Z\u00fcge entfallen oder warten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Rush Hour ist es so \u00fcberf\u00fcllt, dass bereits die Jahreszeit Einfluss hat. Im Winter tragen die Passagiere dickere Jacken, sodass weniger Fahrg\u00e4ste in den Zug passen. Es sind vielleicht 5-10 Leute pro Waggon, aber das System ist derart am Limit, dass dieser Effekt messbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[Stand 06\/2017]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier einige Fakten zum Bahnhof &#8222;Tokyo Eki&#8220;. 760.000 Fahrg\u00e4ste pro Tag. 335m lang ist das Hauptgeb\u00e4ude (die Bahnsteige sind noch l\u00e4nger) 28 Bahngleise (ohne die U-Bahn !!!) \u00fcber 600 Shinkansen erreichen\/verlassen Tokyo Eki pro Tag (also grob zwischen 5 Uhr morgens und Mitternacht) normale Z\u00fcge fahren auf Kapspur (1063 mm); Shinkansen nutzen Normalspur (1435 mm)&hellip;<a href=\"http:\/\/www.seidenpriester.de\/?p=18363\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Tokyo Station<\/span> <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18363"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18363"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18363\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.seidenpriester.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}