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Das letzte Hotel ist gebucht

Dieser Zwischentrip nach Japan bricht alle meine Rekorde. 13 Wochen vor dem Abflug habe ich alle Hotels zusammen. Das ist allerdings auch etwa geschummelt. Ich fliege ja nur 2 Wochen und bin die Hälfte davon in Tokyo. Andererseits ist mein Negativrekord -3 Tage (die letzte Bestätigung kam bei einem Urlaub erst, als ich schon in Japan war).

Hotel 0: Hilton

Die Abflugzeit erlaubt es mir zwar am gleichen Tag anzureisen, aber es ist einfach entspannter, wenn man zum Flughafen nur ein paar hundert Meter hat statt 1 Studen (plus Verzögerungen) bei der Bahn oder über 100 km Autobahn.

Hotel 1: Hotel Edoya

Eigentlich wie immer. Im Stadtteil Yushima kenne ich mich mittlerweile gut aus und er liegt einfach taktisch günstig zwischen Ueno Station (Shinkansen und Tohoku-Line) und Akihabara (Chuo-Line). — Never change a winning team.

Hotel 2: MICASA

Das war das letzte Hotel, das ich eben gebucht habe. Auch wenn es nur zwei Wochen sind, etwas Onsen muss sein. In der Kantoregion gibt es davon einige: Hakone, Atami, Bessho, Nasu-Shiobara, Kusatsu, Manza, Ikaho, Nikko-Yumoto, Shima und Minakami. In Chuubu sind da dann noch Okuhida, Kamiyamada, Kamikochi, Nozawa, Yudanaka und Shibu.

Ein Blick in die Buchungsseiten sortierte dann ziemlich schnell 99% der Optionen aus: Die Golden Week schlägt zu. Fast durchgehend waren die Hotelpreise bei 350 bis 600 Euro (pro Nacht), oder die Hotels waren bereits ausgebucht. An der unteren Kante habe ich die Hostels und Backpackerunterkünfte aussortiert. Übrig blieben Hotels in Nasushiobara und Minakami, sowie Yudanaka und Kusatsu, die ich beide schon kenne.

Mit diesen Optionen bin ich jetzt zwei Tage rumgelaufen. Alle Orte haben ihre Vor- und Nachteile. Vor einer Stunde habe ich mich für das MICASA und damit für Minakami entschieden. Der Preis ist zwar minimal über meinem gesetzten Limit, aber zum einen war das Limit in der Golden Week etwas utopisch und zum anderen ist im Preis ein Kaiseki-Abendessen enthalten. Das alleine macht bei vielen Hotels einen Preisunterschied von 40 bis 60€ pro Nacht.

Hotel 3: Yokohama Royal Park Hotel

Eigentlich lohnt es sich wegen der Nähe zu Tokyo nicht ein Basislager in Yokohama  aufzuschlagen. Aber bei der Suche nach einer möglichen Unterkunft in Hakone oder Atami bin ich über ein Angebot gestolpert, das ich nicht ausschlagen konnte: Das YOKOHAMA ROYAL PARK HOTEL.

Das YRPH befindet sich im oberen Drittel des Landmark Tower, dem zweithöchsten Gebäude Japans (bis zur Eröffung von Harukas 300 in Osaka im Frühjahr 2014 sogar das Höchste). Der Landmark Tower und Yokohama (dieses Mal auch tagsüber) standen eh auf meiner Liste. Ich habe „nur“ den Regular Floor gebucht. Damit liegt mein Hotelzimmer irgendwo im 52-59 Stockwerk. Und mein Zimmer hat, wenn alles stimmt, einen Mt.Fuji View.

Hotel 4: Keikyu EX Inn

Das Hotel ist ein einfaches Business Hotel; nur eine Station entfernt vom Flughafen. Ich hätte ein vierte Nacht im YRPH bleiben können, von dort ist auch nur eine Taxifahrt zum Haneda Airport, aber der kleine Sprung an den Flughafen spart 50€ und das Hotel bietet einen Flughafentransfer.


Das waren Sie, die Hotel 2019. Jetzt muss ich nur noch klären, wie ich von A nach B komme. Ein Japan Rail Pass lohnt sich nicht wirklich. Und die Erkundung von Minakami erfordert eigentlich ein Auto.

Golden Week

Ich fliege zur Golden Week nach Japan. Das ist etwas, das man eigentlich nicht tun sollte. Hier kurz, was die Golden Week ist und was das bedeutet:

Der 28. April, sowie der der 03. und 05. Mai sind nationale Feiertage. Nach Definition ist auch der Tag zwischen zwei Feiertagen, also der 04. Mai, ein arbeitsfreier Tag und ist seit 2007 ebenfalls ein Feiertag. Hier die Liste:

  • 29. April: 昭和の日 (showa no hi; Shōwa-Tag)
  • 3. Mai: 憲法記念日 (kempo kinen-bi; Tag der Verfassung)
  • 4. Mai: みどりの日 (midori no hi;  Tag des Grünens)
  • 5. Mai: こどもの日 (kodomo no hi; Kindertag)

Mit einem minimalem Einsatz an Urlaubstagen kann hier also viel bewirkt werden. Und da Urlaubstage in Japan rar sind (in der Regel haben Japaner 10-14 Tage Jahresurlaub), nutzen viele die Chance, um zu reisen. Was dann passiert, ist vergleichbar mit Thanksgiving in den USA: Ganz Japan ist unterwegs und nichts geht mehr.

Ich bin 2008 und 2016 zum Anfang der Golden Week, als am Ende der Kirschblüte, zurück nach Deutschland geflogen. Die Züge waren überfüllt. Der Shinkansen war Tage im Voraus ausgebucht. Der Flughafen war am Limit: Der Checkin hat eine Stunde gedauert und die Warteschlange vor den Sicherheitskontrollen eine weitere Stunde. (Man sollte also mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.)

In der Golden Week zu reisen ist der Wahnsinn: Hotel und gerade Onsen sind ausgebucht. Züge sind ausgebucht. Tempel, Schreine, Burgen und eigentlich alle Sehenswürdigkeiten sind überlaufen. Einziger Lichtblick ist nur, dass die Kirschblüte (bis auf Nord-Tohoku und  Hokkaido) vorbei ist und die Anzahl ausländischer Touristen etwas abnimmt.

Die Golden Week ist also die schlechteste Zeit für einen Japanurlaub. Und dieses Jahr ist es eine Super-Golden-Week. Der 27. und 28. April ist ein Wochenende direkt vor dem showa no hi. Die Golden Week hat also 9 Tage. Zudem ist die Krönung am 1. Mai. Der Tag könnte in diesem Jahr ein arbeitsfreier Tag sein.

An den Feiertagen sind natürlich viele Firmen, Büros und natürlich alle Behörden geschlossen; sowie auch viele Geschäfte und auch einzelne Restaurants. In traditionellen Ryokans kann der Koch unter Umständen frei haben. Das sollte man berücksichtigen.

Ach ja. Alle Banken haben geschlossen, was fast immer heißt, dass der Geldautomat abgeschaltet ist. Man sollte sich rechtzeitig mit genügend Bargeld eindecken. Seven-Eleven hat zwar seit ein paar Jahren eine eigene Bank und damit eigene Geldautomaten, die internationale Kreditkarten akzeptieren (normale Geldautomaten tun das nämlich nicht), aber so einen seven-eleven muss man erst einmal finden (in Kurokawa ist zum Beispiel kein einziger). Ich weiß auch nicht, ob diese Automaten auch in der Golden Week online sind bzw. am Ende der Golden Week genug Geld im Tank haben. Ich werde es testen und berichten.

Die Golden Week ist die schlechteste Zeit für einen Japanurlaub.

Daher werde ich meine Reiseziele auf Tokyo (z.B. Shibamata und Nakano) und Umgebung beschränken. Ich habe es noch nie nach Enoshima geschafft. Yokohama hat auch Tempel und Parks, die ich noch nie gesehen habe, weil ich immer nur nachts in Minatomirai war. Vielleicht mache ich einen zweiten Anlauf für die Aqualine und den Nihonji, dann aber mit der Fähre zurück. Nikko könnte man auch mal wieder, oder doch Mitake?

Japan 2019 !!!

Lange habe ich überlegt, ob ich diese 2019 nach Japan fliegen soll. Wann hat man schon die Chance die Krönung eines neuen janischen Kaisers zu erleben. Ich fliege aber nur, wenn der Flugpreis in Ordnung ist.

Ich hatte am Mittwoch schon mal ein paar Stichproben abgefragt. Die Vorgaben war sehr offen: In Kw 17 (nach Ostern) hin und in Kw 19 zurück, Zielflughafen Narita oder Haneda. Startflughafen Frankfurt oder Düsseldorf. Dabei ergab sich folgendes Bild:

  • Air China ab 550€ an eigentlich jeder Tagekombination. Aber über China fliegen? Teilweise mit mehrstündigem Aufenthalt?
  • KLM/Air France  ab 600 €, aber ich fliege nicht über CDG (Charles de Gaulle, Paris). Und auch Schiphol liegt in die falsche Richtung und hat einen 13-Stunden-Flug zur Folge.
  • LOT über Warschau ab 630 €. Aber Warschau und LOT haben nicht den besten Ruf bei Anschlussflügen, ist aber eine Option.
  • Finnair/JAL gibt es an manchen Tagen für 715 €. Nach meiner letzten Reise sind Finnair und Havaanta (Helsinki) etwas in meinem Anssehen gesunken, aber 2+10 Stunden sind echt ein Argument.

Günstig fliegen? Mit LOT ? Doch den Umweg über Schiphol oder sogar CDG? Oder teuer mit Finnair dafür aber flugzeitoptimiert? Ich bin mir uneins. Der Unterschied sind fast 200€.

Am Freitag saß ich nun nach Feierabend im „Mutties“ auf ein Bier und stöberte noch einmal nach Flügen. Das Bild vom Mittwoch bestätigt sich.

Da, ein Flug mit KLM, beide Richtungen über Schiphol: 670 €. Der war vorgestern noch nicht in der Liste. Und dann das: Direktflug, Frankfurt – Haneda, ANA, 610 €. WOW. Lese ich das richtig? Ich prüfe die Daten. Es stimmt und die Abflugzeiten sind auch akzeptabel. Vorgestern war der Flug nicht gelistet. Ist der Preis evtl. nur heute gültig? Mein Gehirn fängt an zu rattern. Buchen? Sofort? Erst das Kleingedruckte lesen!

Jetzt erst einmal nach Hause. Heute ist Übungsdienst bei der Feuerwehr. Um 22 Uhr bin ich aus der Dusche raus und am Rechner.

Ich rufe opodo auf und prüfe alle An-/Abreisekombinationen und finde für 7 Kombinationen Direktflüge mit ANA.

Jetzt das Kleingedruckte: Der Preis gilt nur mit der opodo Mastercard. Sonst kommen 60€ dazu, und bei Nutzung meiner Amex Platinum noch mehr. Aber ich will die Amex nutzen, da sie eine Reiserücktrittsversicherung beinhaltet. Mal schauen was fluege.de sagt. 620€ und wieder im Kleingedruckten, dass der Preis nur mit einer fluege.de Mastercard gilt. Sonst kommen 60€ hinzu. Nein.

Ich rufe die ANA-Seite auf. Hier gibt es den Flug für 625 €. Das ist doch mal ein Wort. Schnell das Kleingedruckte: Dieser Tarif, und das sagt einem Opodo eben nicht, kann nicht storniert werden, kann nicht umgebucht werden und ein Upgrade ist auch nicht möglich. Und jetzt der Vorteil von ANA: 2 Gepäckstücke (Hallo, Souvenirs), Sitzplatzreservierung und automatischer Check-in.

Jetzt also nur noch die Frage, ob ich wirklich … KLICK: Der Flug ist gebucht! Das e-Ticket ist um 00:08 Uhr in meiner Inbox:

  • 27.04. 12:10  Frankfurt -> Haneda (06:35)
  • 10.05. 11:15  Haneda -> Frankfurt (16:25)

Ich fliege zur Krönung des neuen japanischen Kaisers nach Tokyo. Das wird ein Chaos werden.  — Ich fliege zur Golden Week nach Japan. Das wird ein Chaos werden.